Der dritte Weltkrieg – bereits angelaufen?

Bevor ihr mich jetzt als Wahnsinnig oder Gemeingefährlich abstempelt – nein, ich glaube nicht, dass der dritte Weltkrieg bereits ausgebrochen ist, aber es gibt viele Verschwörungstheorien über den dritten Weltkrieg und auf die eine oder andere möchte ich hier eingehen.

“Stellen Sie sich Mal vor, es ist Krieg und keiner geht hin.” Ungefähr so stellt man sich wohl den idealen Krieg in einer Friedenszeit vor. Schließlich wird Krieg oft nur als ‘Ersatz’ für Sportveranstaltungen in den Augen der Lobbyisten betrachtet. Wenn wir den Krieg wirklich als Unterhaltungsmedium der Rüstungsindustrie und Politiker ansehen, dann machen wir jetzt erst einmal eine ‘sportliche Rückschau’ auf das erste und zweite Drittel dieses Großevents.

1914 fiel der Startschuss für das erste Drittel der olympischen Spiele in der Kriegsdisziplin. Der österreichische Thronfolger erschossen (ja, damals war Österreich noch ein bisschen größer); das reichte dem damaligen Herrschertum, um gewisse Grenzen erweitern und nach und nach das Land dadurch vergrößern zu können. Wie wir alle wissen, ging dieses Drittel für den Gastgeber nicht sonderlich gut aus und nach dem ersten Drittel, im Jahr 1918, wurden fast alle Manschaften neu aufgestellt und viele ‘Spieler’ wechselten den Verein.

Danach musste man erst Mal das Spielfeld wieder aufbauen (ja, die Industriellen hatten ihren Spaß dran), bevor man ins zweite Drittel ziehen konnte. Dafür fand im Jahr 1938 der Anpfiff statt – also 20 Jahre Pause dazwischen – wie lange sind die Pausen beim Eishockey? Naja, jedenfalls lief auch das zweite Drittel nicht gut für den Gastgeber. Zuerst dachte man, man spielt dieses Mal auswärts – hat es sich dann aber doch kurzfristig anders überlegt und die Gegenmannschaften zu Tee und Keksen nach Berlin eingeladen – und ein bisschen bleihaltiger Luft, man muss sich ja schließlich um seine Gäste kümmern. Nach diesem zweiten Drittel wurde es aber vielen Mitspielern und Trainern zu heiß und man beschloss eigentlich, besiegelt durch viele Verträge, das finale Drittel wegzulassen.

Aber irgendwan sind natürlich alle aus dieser Mannschaft weg und die nächste Generation kümmert sich wenig um die Angelegenheiten der Vorgänger. Insofern ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis es endlich weitergeht mit dem grandiosen Finale dieses episch in die Länge gezogenen Events. Jetzt gibt es aber durchaus Menschen, die sich da auch einige Dinge zusammenreimen können und deswegen der Ansicht sind, wir wären bereits seit gut 13 Jahren (also seit 2001) in diesem letzten Drittel. Laut ihnen hat der WW3 bereits 2001 angefangen – und zwar mit den Anschlägen aufs WTC – 9/11.

Laut dieser Theorie wären die Anschläge am 11. September der Beginn der ersten Phase des dritten Weltkriegs gewesen und eröffnen damit die Fronten im nahen Osten. Das besondere daran ist, dass der Krieg damit nicht in Zentraleuropa ausgetragen wird, das ja schon zwei Mal von eben solchen Kriegen gebeutelt wurde. In dieser ersten Phase startet der Krieg mit Terrorakten rund um den Globus. Die USA, Groß Britannien, Spanien, im nahen Osten selbst, bis hin in das Zentrum Asiens – überall, sollten Anschläge stattfinden. Danach geht diese Theorie in Phase zwei über.

In dieser zweiten Phase sollen wir uns grade befinden. Es geht mit vielen Soldaten und Fahrzeugen in den Personenkampf und die Bomber haben Hochsaison. Der klassische Krieg, wie man ihn sich seit Jahrhunderten vorstellt. Ganz so einfach ist es zwar nicht, aber ich lasse das jetzt vorerst einfach Mal so stehen, da es ziemlich schwierig ist, in diesem Artikel näher drauf einzugehen – geht eben leicht am eigentlichen Thema vorbei. Jedenfalls mischen jetzt schon wieder Menschen von der ganzen Kugel mit, entweder als offiziell dort stationierte Soldaten, oder als Söldner und frewillige Milizkämpfer (wie auch immer man so dämlich sein kann, sich der Miliz eines anderen Landes anzuschließen – meine Meinung). Jedenfalls tobt hier der Krieg und manche sehen das als einem Finale der WW-Trilogie würdig.

Das eigentliche Finale des WW3 ist aber das große Feuerwerk. Ihr wisst schon, mit diesen lustigen A/B/C-Sprengköpfen auf den Rakenten, mit denen sie weltweit alles Leben binnen Sekunden auslöschen könnten, wenn sie nur richtig zielen. Das soll laut dieser Theorie im Jahr 2020 der Fall sein – spätestens. Wenn man also dieser Theorie glaubt, sind alle Menschen, Pflanzen und Tiere, die das Jahr 2020 überleben entweder verdammt resistent oder verdammt vom Glück verfolgt, denn so wenige Nischen, in denne man sich dann noch bewegen kann, wird es nicht geben.

Was spricht jetzt aber im Konkreten für und gegen diese Theorie. Naja, dafür spricht, dass alles, was diese Theorie bisher vorausgesagt hat, bisher so eingetroffen ist – dabei muss man aber das erste Kontra beachten, denn veröffentlicht wurde diese Theorie erst, nachdem Phase 2 “eingeläutet” wurde. Ein weiterer Pluspunkt dieser Theorie ist die Tatsache, dass seit der Veröffentlichung der Berichte weiterhin alles fast 1:1 nach dieser Struktur funktioniert hat. Die Frage ist nur, ob es nach diesem Plan gedreht wurdeum einfach die Illusion zu erschaffen, jemand hätte den WW3 vorhergesehen und dementsprechend Panik geschoben oder ist es eher das Gegenteil und die Ersteller dieser Theorie (ich weiß leider nicht Mal, wem sie genau zugeschriben wird, es existieren verschiedneste Quellen) hatten einfach Glück bzw. das Szenario so oft durchgespielt, dasss sie sich einfach sicher sein konnten, dass es so kommt.

Dass der Krieg in diesen Regionenunnötig und definitiv grausam und gnadenlos ist, möchte ich hier nicht verschweigen oder unter den Teppich kehren, aber um zum WW3 aufzusteigen werden, meiner Meinung nach, wesentlich mehr Faktoren benötigt, als nur genug Länder, die mitmischen. Zum einen häten wir da zum Beispiel den Mangel an Kollateralschaden und betroffenen Länder, der Aufteilung der Schadenswerte.Ja, ein paar Soldaten und Panzer werden wohl bei allen Fraktionen draufgehen, aber in Wirklichkeit sind die einzigen, die schwere Verluste und Einschränkungen hinnehmen müssen, die Einheimischen. Sie müssen schließlich mit dem zerstörten Land leben,auch schon lange, wenn derKriegvorbei ist.

Daher bleibt es wohl bei einer netten “Umshreibung als drtiten Weltkrieg,aberdie Folgen, die der ersteund zweite Weltkriegnach sich gezhogenhaben, werdendiese Konflikte nichterreichen. Ob diese Theorie nun Welttauglich ist, oer nicht, überlasse ich gerne euch und jetzt zu einer weieren Theorie dieser Art. Denn ob Phase 3 wirklich eintreten kann und das noch dazu zum vorhergesagten Zeitpunkt, kann ich euch nicht behaupten. Ich bin kein Glaskugelbesitzer.

Die zweite Theorie beschäftigt sich mit einem atomaren Großkrieg – die “Atomclash-Theorie”. Diese war vor allem kurz nach dem zweiten Weltkrieg in den USA populär und setzte die Bevölkerung in die Angst, der dritte Weltkrieg würde nur zwei oder drei Tage dauern, da alle Supermächte mit atomaren Waffen kämpfen würden – eventuell noch mit biologischen und chemischen abgerundet, um auf Nummer sicher zu gehen, aber grundsätzlich atomar. Besonders gefürchtet waren die Super-Atomwaffen, die die zehn- bis fünfzehnfache Sprengkraft einer normalen Atomwaffe hätten. Wenn man jetzt aber Mal genauer drüber nachdenkt, haben Atomwaffen keine eigentliche “Normgröße” – der Satz “Ich hätte gern eine Atombombe DIN S27″ wird wohl nicht fallen.

Daraus resultierte jedenfalls, lange vor der 3-Phasen-Theorie, eine potenzielle Idee und Angst vor/von einem sehr, sehr kurzen und mindestens ebenso brutalem dritten Weltkrieg, bei dem gute 98 Prozent der Weltbevölkerung sterben sollten. Die genaue Ausführung davon habe ich ja schon bei der 3-Phasen-Theorie beschrieben. Der essentielle Unterschied zwischen den Theorien ist der, dass es bei der 3-Phasen-Theorie langsam und qualvoll als “Unterhaltung” aufgebaut wird, während man hier direkt zum großen Finale kommt. Allerdings würde wohl jeder vernunftbegabte Mensch von Atomwaffen absehen, sobald er Fukushima oder Tschernobyl gesehen hat – ja, ich sagte vernunftbegabt, ich weiß, dass das viele nicht sind.

Beide Theorien haben sowohl Pros als auch Contras, und beide Theorien sind theoretisch möglich. Aber gut, deswegen sind es ja Theorien und nix anderes. Mich würde jetzt eure Meinung zu beiden Theorien und deren Wahrscheinlichkeit interessieren. Für mich persönlich sind, zum jetztigen Zeitpunkt, beide Theorien möglich, aber sehr, sehr unwahrscheinlich. Denn selbst wenn sie wirklich einen atomaren Großkrieg veranstalten und die Bevölkerung wegstirbt, die Elite aber überlebt, weil diese eben geschützt, wissend und vorbereitet ist, hat die Menschheit dadurch im Endeffekt keine Überlebenschance – wie gesagt, meine Meinung.

Okay, das war’s von mir.

1282 Wörter – wer Rechtschreibfehler, etc. findet, darf mich gerne höflich in den Kommentaren darauf hinweisen, oder sie sogar behalten.

Ich bedanke mich einmal mehr für’s lesen, wünsche euch eine wunderbare gute Zeit, habt Spaß, was immer ihr auch macht und wir sehen uns dann zum nächsten Artikel wieder.

Have fun!

Der Einfluss von Massenmedien

Heyho! Nachdem ich bisher keine Vorschläge für weitere Artikel bekommen habe, setze ich mir selbst wieder einige Topics. Falls ihr aber doch Vorschläge habt, könnt ihr die natürlich die ganze Zeit über in die Kommentare schreiben.

Jeder hört, liest oder sieht die Nachrichten, Tratsch und Klatsch oder einfach nur billigst produzierte TV-Sendungen. Dochin wie weit gehen diese Sendungen mit der Kontrolle der Massen? Sind es wirklich nur informative und unterhaltende Sendungen oder betreibt jemand mit der Menschheit ein lebendiges Puppenspiel?

Wer sich die Nachrichten heutzutage ansieht, könnte eigentlich die Aufzeichnungen von vor zwei Jahren betrachten. Es dreht sich doch irgendwie alles im Kreis, oder etwa nicht? Die Krisenherde verlagern sich nicht und lösen sich erst recht nicht auf, die politischen Gesinnungen der einzelnen Länder verändern sich – zum Schein – auch nicht und ein einfaches Weltbild hilft doch jedem, den Überblick zu bewahren.

Nun, ganz so einfach ist es nicht. Es gibt sehr viele Aspekte, die beim Aufbau einer Nachricht beachtet werden müssen. Zuerst Mal gehen alle Meldungen weltweit an die Weltpresseagentur. Von dort aus sucht sich die jeweilige Agentur des Landes (in Österreich die Austria Presse Agentur – APA) die spannendsten Themen raus und bietet diese weiter im eigenen Land an. Von hier holen sich dann die Zeitungen, Zeitschriften, Mazagine, Fernsehsender, etc. die Beiträge und Beitragsideen und verarbeiten diese.

Jetzt ist diese Art der Nachrichtenbeschaffung aber nicht die einzige. Man kann, in Zeiten des Onlinedrangs auch direkt in den Nachrichten des jeweiligen Landes lesen, solange man die Sprache versteht. Und damit entstehen hin und wieder Übersetzungsfehler, beziehungsweise unterscheidet sich die Form der öffentlichen Presseagenturen stark von der Fassung, die in der zuständigen Regionalzeitung steht. Das hat mehrere Gründe, zum einen ganz klar der Einfluss, den die zuständigen Journalisten auf den Text haben. Jeder schreibt anders, hebt andere Punkte hervor, schreibt dramtischer und subjektiver oder sachlich und objektiv. Zum anderen ist es der Einfluss der jeweiligen Regierung, schließlich herrscht nicht überall absolute Pressefreiheit.

Doch was heißt Pressefreiheit eigentlich? Dass die Presse schreiben darf, was sie will und wie sie will? Dass sie sich frei Dinge erfinden oder umgestalten darf, wenn sie gerade nicht ins Weltbild des Verlegers oder Produzenten passen? Nein, Pressefreiheit heißt, dass man wahrheitsgemäß zum Wohl und der Information des Volkes berichten muss. Pressefreiheit ist also kein Recht sondern eine Pflicht, leidergottes wird das nur hin und wieder vergessen.

Wie bekommt man nun aber mit den Medien einen Einfluss auf die Masse? Das stellt sich als relativ einfach heraus. Man nimmt einen Politiker oder Prominenten den man im Kreuzfeuer sehen möchte und stellt ein paar Ansichten und Ereignisse “richtig”. Falls grade nichts passendes da ist, stellt man sich eben was zusammen. Dabei geht das oftmals nicht von den Journalisten direkt aus, sondern von den Agenturen. Hier werden bereits die richtigen Fäden gezogen, um eine gewisse große Masse zu erreichen, da nicht alle Zeitungen und Journalisten die Nachrichten aus den ursprünglichen Ländern lesen, sehen oder verstehen können.

Kann man also sagen, dass die Medien die Massen kontrollieren, oder gibt es da noch bestimmte weitere Aspekte? Um ehrlich zu sein, ja, die gibt es. Nämlich die Menschen selbst. Wir haben uns so daran gewöhnt, den Nachrichten blind vertrauen zu können, dass wir nichts mehr hinterfragen, egal, wie es berichtet wird. Noch dazu kommt, dass Menschen in der Masse nicht so intelligent sind, wie die Summe ihrer Intelligenz, sondern nur so hell, wie der Durchschnitt – oder sogar leicht darunter. Es braucht nur einer einen blöden Ausruf machen und schon steht ein Mob hinter ihm. Das Prinzip der Masse.

Dann kommen noch die Ängste und Wünsche der Menschen hinzu. Sie geben oftmals den nötigen Antrieb um die Menschen aufzuwigeln und dann fehlt nur noch der nötige Ansporn durch ein Medium. Meist kommt der mit subitlen Startschüssen, die nicht einmal viele hören. Irgendwo auf den hinteren Seiten steht ein kurzer Beitrag, der eine Menschentraube aufwigelt und sobald erst Mal die Saat gesät ist, können die wenigsten widerstehen und der Mob wächst. So gesehen liegt es also nicht an der Medienlandschaft, die die Masse aufwigelt, sondern viel mehr an den Menschen, die sich aufwigeln lassen. Dadurch entstehen jetzt natürlich ein paar interessante Denkprozesse.

Natürlich möchte ich gleich noch dazusagen, dass es eher der Fall ist, dass ein Thema, von dem man schon abschätzen kann, ein richtiger Stimmungsreißer zu sein, direkt auf der Titelseite landet und nicht den Umweg über die Hintertür braucht, aber nicht immer ist es so. Was wäre jetzt aber, wenn alle Menschen hinterfragen, was da berichtet wird und wie weit man das glauben kann und darf? Ich nehme mir als Beispiel jetzt die Ostukraine und die Krim her. Die Menschen auf der Krim sagten sich, dass sie der ukrainischen Regierung sowieso egal sind, da seit Jahren nichts konkretes für sie getan wird. Sie wollen zu Russland gehören. Putin lässt sich natürlich nicht lumpen und sagt, gut, wenn ihr wollt, ich nehm euch dazu.

Und mehr musste er auch schon nicht machen. Er entsandte Truppen an die Grenze um eine friedliche Übernahme zu organisieren und da war das Fressen für die große Presse. Die konnten Russland als böse Fraktion der Gegenwart darstellen und die USA nutzten das natürlich und boten der Ukraine Hilfe an. Naja, den Rest kennt ihr aus den Medien.

Das war Mal ein Artikel ohne große persönliche Meinung, zwar mit Einflüssen, aber ohne konkrete Meinungsäußerung. Was meint ihr? Kann man wirklich so leicht durch Medien beeinflusst werden. Ich freue mich auf eure Meinungen!

Have fun!

874 Wörter

Serientäter – Mörder ohne Grenzen (Teil 2 von 2)

Nach einer verdammt langen Pause kommt jetzt endlich Teil 2 der Serienmörder-Runde. Die Sommerpause und der Wiedereinstieg in die LPs haben mich etwas ausgebremst, was das Philosophische angeht.

Letztes Mal habe ich mich unter anderem mit den Umständen beschäftigt, die Menschen dazu bringen können Serienmörder zu werden, beziehungsweise die Voraussetzungen unter denen er den Mord genießen kann und das zumeist auch so plant. Meist werden Serienmorde von Einzeltätern ausgeführt, oder zumindest nimmt man das an. Persönlich glaube ich aber, dass die meisten Serientaten von zwei oder mehreren Menschen durchgeführt werden. Schließlich geht es um einen immensen Aufwand und nicht jeder Mensch kann alles gleich gut, beziehungsweise alles alleine vorbereiten und berücksichtigen.

Deswegen möchte ich jetzt mit den klassischen Gruppen von Serienmördern beginnen. Meist bestehen sie aus drei Menschen – einem Dominanten, der die Gruppe zusammenhält, das haupttreibende Element ist und genug gegen die beiden anderen in der Hand hat, um sie zum ständigen weitermachen zwingen zu können. DAnn gibt es den Unterworfenen. Dieser hat meist selbst den Drang nach Blut oder Tod, kann es aber aus irgendeinem Grund nicht selbst umsetzen. Das kann an mangelndem Selbstbewusstsein, fehlender Intelligenz oder einfach nur an Schüchternheit liegen. Er braucht den Dominanten Teil um überhaupt irgendetwas machen zu können. Die dritte Person liegt dabei zumeist irgendwo dazwischen, hat genug Selbstbewusstsein um die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, es fehlt aber der Anreiz etwas zu unternehmen. Er steht im Rang meist zwischen dem Dominanten und dem Untergebenen, handelt aber auch im eigenen Interesse und kann so das Vorgehen des ‘Big Boss’ untergraben oder zusätzlich fördern.

Bevor ich jetzt fortsetze, möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass dies die klassische Konstellation ist. Es kann auch Abweichungen geben, entsprechend der Anzahl der Menschen, beziehungsweise der speziellen Charakteristik. Wenn es nur zwei sind, gibt es meist nur den Dominanten und den Untergebenen, sind es mehr kann es von allen Beteiligten mehrere oder sogar gar keinen geben – nur Dominanten gibt es zumeist nur einen. Selbst in diesem Metier sind Machtkämpfe innerhalb der Gruppe ungern gesehen und werden vermieden. Schließlich will jeder seine Mordgelüsten bei jedem Opfer ausleben. Ihr seht jetzt schon, dass diese Angelegenheit sehr viel komplizierter wird, wenn man eine Gruppe voraussetzt. Leider denke ich aber, wie oben bereits erwähnt, dass die meisten großen Serienmorde von Gruppen begangen wurden. Zum Beispiel auch die Morde von ‘Jack the Ripper’.

Ich habe ja im letzten Teil erwähnt, “Jack the Ripper – Anatomie einer Legende” gelesen zu haben. Trotz, oder vielleicht auch gerade wegen, der subtilen Vorgehensweise, glaube ich, dass es sich um mindestens drei Mörder gehandelt haben muss. Es scheint bei manchen Morden nämlich unmöglich, die Opfer an bestimmte Positionen zu bringen oder einfach ein solches Massaker an einer einzelnen Person auszuführen. Mit so vielen Messerstichen, wie die Opfer des Rippers kommt ein einzelner Mensch normalerweise nicht klar. Es braucht wahnsinnig viel Kraft ein Messer dreißig Mal oder öfter in Fleisch zu stechen – noch dazu mit den Knochen dazwischen. Als Koch weiß ich, wie schwer das oft schon nach dem zehnten bis fünfzehnten Stich wird, wenn man ein Tier zerteilt.

Noch dazu gibt es bei den meisten Morden ein Ritual und das entwickelt sich ständig weiter. Eine einzelne Person würde wohl kleine Details verändern, aber nie ein ganzes Ritual auf den Kopf stellen. Zumindest wenn man nach dem aktuellen Stand der Kriminologen geht, dass Serienmörder ihre Taten einfach immer und immer wieder durchleben wollen. Die Opfer müssen sich genauso ähneln wie die Fundorte, die Todesursache und das Ritual ansich. Wenn es allerdings eine Gruppe ist und nicht jeder jedes Mal dieselbe Aufgabe hat, weil – zum Beispiel – das Opfer sich stärker wehrt, dann kann man vom Ritual abweichen. Doch solange man nicht einen dieser Täter schnappen kann und ihn zum reden bringt und zwar so, dass es auch ein nicht gestörter Mensch versteht, wird man die Beweggründe nur bedingt oder gar nicht verstehen.

Als nächstes möchte ich einen Blick auf die Menschen werfen, die bei dieser Faszination leider oftmals viel zu kurz kommen, über die eigentlich viel mehr geschrieben und publiziert werden müsste, es aber aufgrund von Respekt und Schutz der Angehörigen nicht geschieht – die Opfer. Meist sind es – bei allen Gewaltverbrechen – einfach nur Menschen wie du und ich. Sie haben keinen besonderen Bezug zum Mörder oder kennen ihn gar nicht erst. Nur das erste Opfer ist für den Serientäter etwas besonderes. Der Rest dient meist nur zum Wiedererleben des Moments. Dafür sucht sich der Täter (natürlich auch die Gruppe, werde aber im fortlaufenden Text nur noch von “dem Täter” schreiben) Menschen aus, die seinem ersten Opfer sehr ähnlich sind. Dabei geht es nicht nur um Aussehen, sondern oft auch um ein bestimmtes Hobby oder einen bestimmten Tagesablauf.

Auch der Besitz eines für den Täter pikanten Gegenstandes kann schon Auslöser genug sein. Er möchte sich einfach an den Moment des ersten Mordes zurückversetzt fühlen. Dabei sind es gerade die Opfer der Täter, denen die eigentliche Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Selten, aber hin und wieder doch, überlebt es jemand und kann davon berichten. Ich beneide diese Menschen in keiner Form und kann auch nicht mehr tun, als mein Mitleid für sie und mein Beileid für die Angehörigen auszusprechen. Wenn ich Tote zurückholen könnte, würde ich diesen Artikel hier nicht verfassen. Diese Menschen haben oft ein erfülltes und glückliches Leben. Auch das erste Opfer des Täters hat dies zumeist. Sie werden in einen Alptraum gerissen aus dem sie nie wieder erwachen werden. Sie können sich, wie viele andere auch, nicht von ihren geliebten Mitmenschen, ihrer Familie oder ihren Freunden verabschieden. Von einem Moment auf den anderen sind sie weg und das letzte was sie sehen ist das Gesicht des Mörders, wenn er es zulässt und das letzte was sie hören ist die Stimme ihres Henkers.

Ich weiß das alles und frage mich, woran ich denken würde, wenn meine letzten Momente vor mir stehen und ich dem Tod ins Auge sehe. Diejenigen, die mein LOKI-LP verfolgt haben wissen, dass ich das bereits einmal habe und ich weiß auch, woran ich damals gedacht habe. Ich fand damals, dass es die beste Wahl sei, wenn ich das heute allerdings überdenke, stelle ich fest, dass ich ein Idiot war und weder einen schönen, noch einen trostspendenden Gedanken hatte. Ich dachte einfach nur “Jetzt ist es vorbei. Das war’s.”

Ich weiß nicht, wie es in den Köpfen anderer Menschen kurz vor ihrem Tod aussah und es fällt auch schwer, danach zu fragen, aber ich hoffe, dass man vor seinem Tod nicht in Panik, um sein Leben bettelnd oder gar darum kämpfend dahinscheiden muss, sondern von jemandem umgeben ist, den man liebt oder zumindest mag, dem man seine letzten Worte anvertrauen kann, ohne dass er sie vergisst. Denn wenn die Menschen denken, dass du stirbst, hören sie dir richtig zu, anstatt nur darauf zu warten, dass sie dran sind mit reden. Zeigt also beim nächsten Mord nicht nur Interesse daran, wer der Täter ist, sondern auch, wer das Opfer war. Niemand hat es verdient so zu sterben.

Zum Abschluss geht es noch an die Polizeiarbeit bei Serienmorden. Diese gestaltet sich vor allem nach dem zweiten Mord meist als besonders schwierig. Geht man nach dem ersten Mord mit einer Handschrift erst einmal von einer Einzeltat aus, kann man sich ab dem zweiten Opfer nicht mehr sicher sein, wie viele davor vielleicht schon getötet wurden. Daher stellt das immer eine immense Herausforderung an die Polizei dar. Viele Fälle verlaufen im nichts und nur wenige werden zu einhundert Prozent aufgeklärt, was unter anderem daran liegt, dass die vollständig geklärten Morde meist nur mit Hilfe von geschnappten Komplizen oder dem Täter selbst gelöst werden konnten. Auch hier bewegt man sich allerdings in einer verdammt großen Grauzone.

Heute gibt es zum Glück Sondereinheiten, die sich mit den Psychologien von Tätern auseinandersetzen und deren Verhalten studieren. Auch, wenn man bisher wenige geregelte Gleichheiten gefunden hat, gibt es zumindest grobe Übereinstimmungen in den Denkmustern dieser Menschen und die meisten dieser Denkmuster tauchen auch in den Köpfen von Spitzenmanagern auf. Es gibt dazu eine Studie, wer sich dafür interessiert, findet hier einen Artikel mit Denkanstößen Klick mich!.

Des weiteren sind es oftmals kleine Gruppen, die diese Taten verüben und meist sind sie in der Lage sich gegenseitig zu decken. Wenn man hier eine kleine Unregelmäßigkeit übersieht, dann kann es sein, dass solche Täter den Rest ihres Lebens auf freien Fuß verbringen können, weil ein Mensch, menschlich wie er eben ist, einen Fehler begangen hat. Das passiert selbst den besten Kriminologen hin und wieder. In der heutigen Zeit gibt es aber zum Glück auch schon viele technische Möglichkeiten einen Täter zu überführen und ihn dementsprechend hinter Gitter bringen zu können. Dank unserer Bürokratie dauert es oftmals aber mehrere Jahre. Selbst wenn also die Polizeiarbeit fruchten sollte, heißt dies nicht, dass der Täter auch direkt seine gerechte Strafe erhält.

Die meisten Abläufe, wie sie in der Wirklichkeit passieren kenne ich selbst nicht und bin ehrlich gesagt auch froh darüber, denn wenn alles so traumhaft und reibungslos wie im Fernsehen passieren würde, hätten wir keine Verbrecher mehr – denkt man zumindest. Leider ist dies nicht der Fall, denn selbst wenn man auf einmal alle psychisch angeschlagenen Menschen wegsperren – oder schlimmeres – würde, wären doch diejenigen, die es zu verantworten haben die psychologen der neuen Gesellschaft. Solange sich diese Menschen nicht selbst gegenseitig ausräuchern, wird sich der Kreis ewig weiterdrehen und leider haben diese Menschen einen weitaus besseren Selbsterhaltungstrieb als der Mob, der als Schaulustige beim Tatort hängen bleibt. Wenn ihr also wieder Mal an einer Stelle vorbeikommt, an der sich Schaulustige versammelt haben – helft oder geht weiter, aber bleibt nicht einfach nur stehen.

Insofern möchte ich hier abschließen. Ich bedanke mich für die Ausdauer beim Lesen und möchte nochmal darauf hinweisen, dass ihr alle Rechtschreibfehler, die ihr findet, behalten dürft. Schreibt mir doch bitte eure Meinungen dazu in die Kommentare oder via PN (hier oder auf YT).

1587 Wörter – Have fun!

Serientäter – Mörder ohne Grenzen (Teil 1 von 2)

Ich suche mir auch immer die spannendsten Themen aus. Wenn jemand von euch Vorschläge für neue Artikel hat, schreibt sie doch in die Kommentare.

Serienmörder sind das wohl faszinierendste Phänomen der zivilisierten Gesellschaft. Im Gegensatz zu ‘gewöhnlichen’ Mördern sind sie von der Gesellschaft ausgegrenzt und grenzen sich von den Grundsätzen der Menschlichkeit und Ethik ab. Doch, wie kommt es soweit und warum finden Menschen überhaupt gefallen daran, andere zu verletzen und zu töten?

Serienmörder sind, im Vergleich zum gewöhnlichen Mörder, psychisch immer in irgendeiner Form beeinträchtigt und instabil. Es kann durch Misshandlung in der Kindheit bis hin zur ständigen Einsamkeit so ziemlich alles sein. Sie finden in diesen Zeiten oftmals Ablenkung in zwielichtigen Gruppen oder beschäftigen sich mit Okultem im Internet. So können sie sich – zumindest im Geiste – Strafen für ihre Peiniger zurechtlegen. So sieht zumindest der Klischeehafte Serienmörder aus.

In Wirklichkeit können viele hunderte Faktoren die Entwicklung eines Serienmörders beeinflussen – nur eines ist bei ihnen fast immer gleich; sie handeln mit Vorsatz und nicht aus Affekt. Einzeltäter sind meist in einer schwierigen Lebensphase und lassen sich im Moment der Tat von ihren Gefühlen übermannen. Serientäter können zwar durch eine solche Tat angestachelt werden, sind aber meist vom ersten Mord an sehr gut vorbereitet.

Oftmals denken sie, dass sie durch ihre Taten ihr eigenes Seelenheil finden oder die Welt verbessern. Sie werden Gefangene ihres eigenen Wahns und vollbringen Taten, die jedem Menschen, dem dieser instabile Aspekt fehlt, einfach nur das Grauen auf Erden bescheren würden. Es gibt übrigens eine Studie, wonach potentielle Serienmörder, die keinen Auslöser für ihre ‘dunkle Seite’ finden, im Berufsleben erfolgreicher sind. Sie können sich leichter ihren Kollegen gegenüber durchsetzen und stürmen damit die Führungsetage eines jeden Unternehmens. Nachdem sie sich dadurch auch in der Konkurrenz verbeißen, wird die Wirtschftswelt immer aggressiver und unbarmherziger; ich schweife ab.

Zumeist legen sich Serienmörder auch Rituale zu. Sie finden gefallen an bestimmten Abläufen. Der berühmteste Serienmörder der letzten Jahrhunderte ist bestimt “Jack the Ripper”, welcher im Jahr 1888 von August bis November insgesamt mindestens fünf Frauen – vermutlich maximal 12 Personen – ermordet hat. Dieser hat es sich anscheinend zum Ziel gemacht, seinen Opfern die Kehle durchzuschneiden, allerdings mit einem Ausmaß, welches seine Opfer fast geköpft hat. Vom linken bis zum rechten Ohr reichende, klaffende Wunden sollen die Fälle miteinander verknüpfen. Zudem fehlten ab dem zweiten, ihm zugerechneten Mord immer Organe.

Diese Organe waren sorgfältig herausgeschnitten worden und deuten sowohl auf ein Ritual, medizinische Kenntnisse als auch ein Zeichen für die Steigerung der Aggressivität mit jedem Mord hin. Die Kombination von Ritual, Agressionen und der medizinischen, vermeindtlich ruhigen Schnitte ist für mich persönlich eher ein Zeichen für eine Gruppe von Menschen und nicht eines Einzelgängers. Viele Opfer wurden binnen Minuten getötet und ausgeweidet und man kann es sich kaum vorstellen, dass eine einzelne Person diese Gräueltaten schnell genug verüben kann. (Wer mehr Interesse am Ripper hat, sollte das Buch Jack the Ripper – Anatomie einer Legende lesen. Ich lese es zur Zeit und bin sehr begeistert)

Leider gibt es noch viel mehr dieser Täter und gerade die großen Städe Europas waren um 1900 befallen von ihnen. Doch jeder hatte seine ganz eigene Handschrift, seine eigenen Motive und seine eigene Welt, die er durch die Morde retten wollte. Dabei sind es oft die eher passiven, ruhigen Charakterzüge, die einen solchen Täter ausmachen. Die ruhige, verstohlene Art hilft ihnen, verborgen zu bleiben, bis man ihnen mit Beweisketten oder einem Zeugen auf die Spur kommt. Früher war das für bedachte, ruhige Täter ganz leicht zu umgehen. Es gab keine Fingerabdrücke oder gar Spurensicherung. Autopsien beschränkten sich – verglichen mit heutigen Maßnahmen – auf ein Minimum und die Polizei war in den meisten Städten (vor allem aber in London) absolut unterbesetzt.

Heute haben es diese Täter zum Glück schwerer. Es gibt internationale Zusammenarbeit der Polizeikräfte, die Kriminaltechnologie wurde besser, die Ermittler sind speziell dafür geschult und es gibt sogar eigene Institutionen, die sich mit der Psychologie und Charakteristik der Serienmörder auseinandersetzen. So können Rituale und Muster schneller erkannt und damit sowohl der Verdächtigenkreis eingeschränkt als auch die nächsten Tatorte und Opfer grob errechnet werden. Natürlich sind diese Berechnungen in vielen Fällen falsch und eher eine Richtlinie als eine konkrete Spur, aber es hilft den Ermittlern den Faden nicht zu verlieren und führt oft zu weiteren Hinweisen.

Ein weiteres Zeichen für Serienmörder ist eine bestimmte Tatwaffe. Jeder Serienmörder setzt auf eine bestimmte Art von Waffe. Der eine ist der Klassiker mit Messer oder Pistole/Revolver, ein anderer nutzt Plastiktüten oder Gitarren- bzw. Klaviersaiten. Ein anderer ist besonders kreativ und baut sich selbst eine Waffe oder nutzt alltägliche Gegenstände wie zum Beispiel der Bleistiftmörder, der 1973 in Österreich eine Schülerin getötet hat. Er war kein Serienmörder und wurde bis heute nicht gefasst. Der einzige Verdächtige des damaligen Falls wurde im Laufe der Ermittlungen entlastet.

Das Opfer wurde damals in einem Park vom Weg gezerrt, sexuell misshandelt, erdrosselt und anschließend mit dem Bleistift des Opfers mehrmals in den Körper gestochen – in Herz und Lunge; später als falsch klargestellten Gerüchten nach auch in die Augen. Bisher gilt es als Einzeltat und soll hier nur als Beispiel für einzigartige Waffenwahl stehen. Trotzdem gab es später sogar ein Buch, in welchem diese Art zu töten aufgegriffen wurde und für einen Serientäter hergehalten hat.

Eine ganz besondere Bindung hat der Täter zumeist mit den Tatorten. Manche möchten ihr Opfer an für sie wichtigen Orten töten, wieder andere bevorzugen es, wenn sie eigene Orte für die Morde ‘zurechtlegen’. Auf jeden Fall aber geben sie durch die Tatorte etwas von ihrer Charakteristik und Psyche preis. Ist es ein eher öffentlich oder wohlhabenderer Teil einer Stadt oder Ortschaft oder doch eher ein übersehbares Fleckchen im Wald? Die vor Ort gegebene Umgebung kann auch Teil der Phantasie des Täters sein oder sogar einen wesentlichen Teil seines Plans beinhalten.

Es gab zum Beispiel einen Serienmörder, welcher seine Opfer auf eine Waldlichtung geschleift hat, auf der ein Baumstumpf eines Baumes war, den er Jahre davor mit seinen Eltern und Großeltern gepflanzt hatte. Nachdem sie nach jahrelanger Misshandlung des Jungen gestorben waren, wählte er Personen, die seiner Familie ähnlich sahen, brachte sie zur Lichtung und köpfte sie auf diesem Baumstumpf mit der Axt, die er ursprünglich seinen Eltern zugedacht hatte. Nachdem er aber nach den ersten ‘Ersatzopfern’ nicht zufrieden war, konnte er nicht aufhören. Vermutlich hätte ihn nur das eigenhändige Töten seiner Peiniger wirklich befriedigt und beruhigt.

Jetzt folgen noch die Opferrollen, Polizeiarbeit und Gruppen, die Serienmorde verüben. Diese folgen allerdings erst im nächsten Teil, da es ansonsten wieder zu lange wird.

Have fun!

1074 Wörter – Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Wünsche, Kritik, Lob, Verbesserungsvorschläge bitte in die Kommentare.

Kompetitiver E-Sport – Ein nicht erreichbares Ziel? (Teil 2 von 2)

Nachdem ich letztes Mal auf die Basis der Psyche eingegangen bin, die grundlegenden Spielertypen erklärt habe und die Mechaniken Grob umrissen wurden, geht es heute um den schon etwas fortgeschritteneren Teil. Wie kann ich Vorteile aus meiner psychischen Verfassung ziehen, Nachteile korrigieren und wie gehe ich mit allem um, was um mich herum passiert, während ich spiele. Wer Teil 1 nicht gelesen hat, sollte das vorher hier nachholen. Ich werde immer wieder Bezug darauf nehmen.

Ich beginne wieder beim ‘Kämpfer’. Dieser hat die einfachsten Möglichkeiten, das Maximum aus seinem Potential rauszuholen. Leider sind sie, nach den ‘schlechten Verlierern’, aber auch die am seltensten vorkommenden Spieler. Wie schon letztes Mal erwähnt, gehen sie einfach immer wieder auf das Spielfeld hinaus um zu lernen, zu verstehen und letzten Endes zu gewinnen – wenn sie verlieren, zucken sie mit den Schultern und reihen sich wieder in die Warteschlange für das nächste Spiel ein. Der größte Nachteil (und vermutlich auch der einzig erwähnenswerte bei den Kämpfern) ist der mangelnde Fokus auf der Spielanalyse. Sie gehen direkt ins nächste Spiel und versuchen dort ihren Skill zu verbefssern und höher zu klettern ohne auch nur einen Gedanken an potentielle Fehler im letzten Spiel zu verschwenden. Zumeist entdecken sie diese Fehler, wenn der Gegner es richtig macht oder sie Spiele aus den Profi-Ligen sehen.

Deswegen ist es auch so wichtig für Profi-E-Sportler gegen möglichst viele Gegner zu spielen. Wenn ich mir die LCS, die Elite der LoL-Ligen anschaue, würde ich darauf tippen, dass 60 Prozent der Spieler in NA und EU Kämpfer sind. Wenn diese dann gegnen nicht LCS-Spieler antreten finden sie einfach ihre Fehler im Spielstil und korrigieren diese einfach. Eine Fähigkeit, die den anderen Grundtypen leider fast immer fehlt.

Als zweiten Punkt möchte ich den zähen Spieler beschreiben. Dieser ist ähnlich wie der Kämpfer – Niederlagen prallen meistens ab und es geht relativ schnell wieder in das nächste Spiel – allerdings mit einem Unterschied – er sucht seine Fehler. War er zu gierig, hat er irgendwo zu lange gewartet, hat er falsch reagiert und etwas komplett falsches gebaut/gekauft? Erst wenn er mindestens einen Fehler gefunden hat, den er im nächsten Spiel nicht machen möchte, geht es in die Warteschlange. Generell würde ich sagen, dass es mehr zähe Spieler als Kämpfer gibt aber von beiden bei weitem nicht so viele, als dass sie mit den ausgeglichenen Spielern mithalten können.

Der größte Nachteil der zähen Spieler offenbart sich aber im Spiel. Wenn sie im Spiel einen Fehler in ihrer Spielweise finden, geraten sie wahnsinnig schnell aus dem Konzept und spielen schlechter. Man merkt es oft an Spielern, die einen winzigen Fehler machen und darauf hin direkt noch drei. Wieder die Relation mit der LCS betrachtet, würde ich sagen, dass nur zirka 15 Prozent der Spieler zähe Spieler sind. Oft sind es die Teamkapitäne, die direkt in den Replays nach Fehlern suchen und diese dem Team mitteilen.

Zum Schluss der einfachen Analysen noch den ausgeglichenen Spieler. Er kann, wie schon in Teil 1 erwähnt, in beide Richtungen ausschlagen und genau deswegen hat er auch die größten Probleme, die Ligen hochzuklettern. Manches Mal haut er direkt das nächste Spiel rein, ohne nachdenken zu müssen und wird dann direkt im Spiel auf einen Fehler aufmerksam und kommt aus dem Konzept – er kann sich in dem Moment nicht kontrollieren und das drückt dementsprechend auf seine Stimmung und damit wiederum auf den Spielstil und die Konzentration. Theoretisch hat diese Art von Spieler, die im weltweiten, kompetitiven Spiel – also auch mit den normalen Ranked-Warteschlangen – knappe 90 Prozent der Spieler einnimmt, es am leichtesten – sie können alle Vorteile der Kämpfer und zähen Spieler nutzen.

Leider ist das nur in der Theorie so, denn auf der Kehrseite haben sie auch alle Nachteile, die auftreten können. Deswegen ist es für viele Spieler einfach nur eine Spirale der Nachteile, die sie treffen. Die Wenigsten sehen dann noch die ebenso vorhandene Spirale an Vorteilen, die sie haben können und damit tritt das Phänomen des sogenannten “selbstverschuldeten Leids” ein. Man denkt nur noch daran, wie viel Pech man hatte und noch haben wird und dreht sich durch die eigenen negativen Erwartungen einfach immer weiter selbst nach unten. Durch die menschliche Psyche – die in dieser Hinsicht leider etwas eigen ist – funktioniert das im Positiven leider nicht so einfach.

Damit sind wir auch schon beim schwierigsten Kandidaten angelangt – dem schlechten Verlierer. Diese haben lustigerweise sowohl den größten Vorteil als auch den größten Nachteil von allen. Sie sind motiviert, sie wollen gewinnen. Das Problem dabei ist, dass sie nicht verlieren wollen und schon gar nicht können. Wenn sie verlieren oder auch nur im Nachteil sind, beginnt der schwierige Teil. Ab diesem Zeitpunkt ist mit ihnen nichts mehr anzufangen und genau da starte die Probleme. Sie beleidigen ihr Team oder spammen einfach den Chat des Gegners zu um ihn einfach zu beleidigen. Vielleicht sogar mit der Hoffnung, damit noch irgend etwas gewinnen zu können. Leider stärkt das nicht unbedingt die spielerischen Beziehungen und der Gegner wird, wenn er selbst ein schlechter Verlierer ist, selbst zu aggressiven Problemfall oder er ignoriert ihn einfach und spielt sein Spiel. In beiden Fällen fühlt sich der schlechte Verlierer aber auf jeden Fall noch schlechter.

Diese Spieler haben den Willen zu gewinnen, es ist aber ein Ding der Unmöglichkeit für sie, zu verlieren. Falls dies wirklich auch nur in Betracht gezogen wird, sinkt die Leistung. Es fehlt an innerer Disziplin. Jetzt kann man natürlich sagen, dass ich leicht reden (bzw. schreiben) habe, aber ich habe es in Teil 1 schon angesprochen – ich war auch lange Zeit einer dieser Spieler – bis ich irgendwann verstanden habe, dass verlieren nichts schlechtes ist, und man daran wachsen kann. Mittlerweile zähle ich mich zu den ausgeglichenen Spielertypen mit Hang zum zähen Spieler. Hin und wieder gibt es aber immer noch Ausreißer und ich werde zum schlechten Verlierer.

Natürlich kann es auch genau anders herum vorkommen – ein Kämpfer, zäher oder ausgeglichener Spieler kann genauso zum schlechten Verlierer werden, wie umgekehrt. Da komme ich aber wieder auf den Anfang von Teil 1 zurück. Dort habe ich ja bereits beschrieben, wie wir uns in diese Arten entwickeln – es ist ein ständiger Prozess. Daher kann ein Kämpfer auch ein zäher oder ausgeglichener Spieler werden, und so weiter. Wichtig ist nur, dass man sich selbst mit Disziplin und Selbstreflexion betrachtet und ehrlich zu sich selbst ist – ohne zu wissen, wer oder was man ist, kann man nicht seine eigenen Vorteile ausspielen.

Damit komme ich auch schon zum letzten Part – wie gehe ich mit meinem Umfeld um mich um, während ich spiele. Zuerst würde ich dafür sorgen, dass ich garantiert Zeit habe, ein Spiel in Ruhe zu spielen. Wenn ich weiß, ich muss in 30 Minuten weg, hat es keinen Sinn ein LoL-Spiel anzufangen. Eine Runde Starcraft 2 oder zum Beispiel Warhammer 40k Dawn of War geht sich eventuell noch aus, aber auch davon würde abraten. Wenn nicht genug Luft da ist, um ein eventuell längeres Spiel auszufechten, setzt man sich selbst nur unnötig unter Druck und stresst sich damit automatisch selbst, wodurch wiederum die Konzentration sinken kann.

Wenn man also weiß, ja man hat Zeit, geht es nur noch um die Zeit während des Spiels. Falls einen da wirklich einer überraschend anspricht oder einem spontan etwas dazwischen kommt, ist es – meiner Meinung nach – das Wichtigste, ruhig zu bleiben. In Spielen wie League of Legends bittet einfach darum, kurz zu warten, bis ihr Tod oder in der Basis seid und kümmert euch dann darum, wenn es schnell geht und in längeren Spielen, wie zum Beispiel Starcraft fragt ebenso, ob es noch kurz Zeit hat, bis nach dem Spiel und gebt euch unbedingt ein paar mehr Minuten Zeit, als ihr erwartet. Wenn man davon ausgeht, dass ein normales Spiel in Starcraft 2 zirka 20 Minuten geht (ist schon recht zügig bei ebenbürtigen Gegnern) und ihr werdet bei Minute 10 gestört, dann sagt, dass ihr in 20 Minuten Zeit habt, wenn ihr abschätzt, dass ihr ca. 15 Minuten braucht- es kommt meist anders als man es erwartet.

In Starcraft hätte man zwar die Möglichkeit, das Spiel zu pausieren, ich würde aber davon absehen. Der Gegner wird schließlich nicht abgelenkt und kann nochmal in Ruhe im Kopf alles durchgehen, während ihr abgelenkt und aus dem Spielfluss gerissen werdet. Meist gibt es Verständnis dafür und letzten Endes kann man sich sowieso nie sicher sein, wirklich Zeit zu haben. Es gibt schließlich Eltern, Geschwister, Lebenspartner, Kinder und Vereine bzw. Hobbys, die einem dazwischenfunken können.

Insofern möchte ich hier abschließen. Ich bedanke mich für die Ausdauer beim Lesen und möchte nochmal darauf hinweisen, dass ihr alle Rechtschreibfehler, die ihr findet, behalten dürft. :) Habe ich etwas Grundlegendes vergessen oder bist du anderer Meinung? Dann schreib es mir doch bitte in die Kommentare!

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