Kompetitiver E-Sport – Ein nicht erreichbares Ziel? (Teil 1 von 2)

Vorne weg sei gesagt, mir geht es mehr um die geistige Einstellung und die von vornherein feststehenden Absoluten in der menschlichen Psyche. Zusätzliche Faktoren und Variablen sind hier nicht inbegriffen und können sich dementsprechend auf das ‘Endergebnis’ auswirken.

Viele Jugendliche, die sich vermehrt mit League of Legends, DotA (2), Starcraft (II) oder anderen stark kompetitiven Spielen beschäftigen, haben oft den Wunsch oder Wunschtraum, möglichst weit in der Rangliste hochzuklettern oder sogar professionell ihr Lieblingsspiel zu spielen, davon zu leben und den zugehörigen Ruhm einzustreichen. Dabei ist dieser Traum oft größer, je weiter man unten ist, in den Rängen. Warum aber so viele daran scheitern, beziehungsweise gar nicht erst in die Nähe der Chance dazu kommen, möchte ich in diesem Artikel etwas unter die Lupe nehmen.

Natürlich sind dies wieder nur meine eigenen Gedanken und ich kann damit auch grundliegend falsch landen. Aber ich werde alle vorgebrachten Argumente und Beispiele so gut wie möglich beleuchten und erklären, wie ich zu diesem Gedanken gekommen bin.

Ganz am Anfang möchte ich erst einmal auf die persönliche Entwicklung eines Menschen bis zum Entschluss, dass er in dieser Rangliste nach oben klettern will, in betracht ziehen, hier werden nämlich schon rund 60 % des Potenzials entschieden. Ist der Betroffene ein Kämpfer, ein ausgeglichener Mensch, ein zäher Hund oder einfach nur ein schlechter Verlierer? Die ersten drei haben es je nach Charakteristikum “sehr leicht” bis “schwer, aber machbar”. Der Kämpfer holt einfach immer und immer wieder zum Schlag aus und spielt sein Spiel offensiv und dauerhaft, bis er endlich da ist, wo er hin will. Die zähe Sorte geht ähnlich wie der Kämpfer an die Situation ran. Er versucht es einfach immer und immer wieder, ist dabei zwar bei weitem nicht so offensiv und wartet oft einfach nur auf eine günstige Gelegenheit. Meistens braucht er länger (oft sogar wesentlich länger) als der Kämpfer, wenn er es aber Mal geschafft hat, hält er im Regelfall das errungene Niveau konstanter als der Kämpfer, der sich danach oft erst Mal “ausruht”.

Die ausgeglichenen Menschen sind von beiden ein bisschen. Einerseits können sie Kämpfer sein, andererseits aber auch extrem zäh. Dadurch, dass sich ihre Einstellung von Spiel zu Spiel ändern kann, sind sie wahnsinnig flexibel und haben, am Beispiel von LoL, zumeist auch den größten Championpool. Die meisten Menschen sind dieser ausgeglichene Typ und kommen sehr gut damit klar. Der nächstgrößere Faktor für diese sind das Training und die Aktivität. Sie müssen hart trainieren, kommen dafür aber relativ schnell vorwärts. Dann gibt es da noch die letzte ‘Grundeinstellung’ – ein schlechter Verlierer.

Diese Menschen haben es mit viel Abstand am Schwersten. Wenn sie verlieren, schlagen sie Wände ein, werfen Controller durch den Raum/an die Wand, schreien ihre Gegner – falls sie in Reichweite sind – an oder beschuldigen sie des Schummelns, Cheatens oder eines ‘unfairen Tricks’ innerhalb des Spiels (ja, auch das “jetzt lauern die uns schon wieder im Busch auf” zählt dazu – es ist erbärmlich, aber legitim und jeder der darauf reinfällt, ist selbst Schuld). Diese Art von Mensch arbeitet am härtesten an sich und sucht sich zumeist einfachere Wege, um irgendwie vorwärts zu kommen. Dabei verwenden sie aber viel Energie auf weniger effiziente Dinge wie Training (“das habe ich doch nicht nötig”) oder Übung (“ich spiele direkt gewertete Spiele, ich bin schon gut genug”) sondern viel mehr auf das zerstören von eben Gamepads, Tastaturen und Wänden.

Während sich die ‘Arten’ eins bis drei nach einer Niederlage an den Kopf fassen, Fehler bei sich selbst suchen und an sich arbeiten, werden hier einfach Dinge zerstört, die Schuld anderen gegeben und Drohungen und Beleidigungen fliegen in unnahbarer Anzahl an die Augen bzw. Ohren der gewinnenden Gegner. Leider fallen diese Spieler am häufigsten negativ auf, obwohl sie die Seltenheit sind. Oft sind es Spieler, die einfach einen schlechten Tag hatten und nach einer weiteren Niederlage einfach nicht mehr verkraften können. Leider ordnet man diese dann aber direkt dieser Kategorie hinzu.

Wie man sich jetzt genau in diese ‘Arten von Menschen’ einreiht? Naja, das wurde jeder von uns bereits. Dabei geht es um Erziehung, Ausbildung, die persönlichen Erlebnisse in der Kindheit und viele andere Dinge, die uns in der Entwicklung beeinflussen. Außerdem kommt noch die Grundbeschaffenheit durch die Gene dazu. Wir sind alle ab einem gewissen Zeitpunkt einer dieser Kategorien zugeordnet – es gibt natürlich einige Aspekte mehr, aber diese sind für das Gaming-Segment im Großen und Ganzen unwesentlich, da sie mit diesen vier – ich nenne es einfach Mal – Grundtypen kombinierbar sind oder sogar nur in Kombination auftreten.

Es entscheidet sich damit, ob man für den Wettkampf ‘geeignet’ ist, oder eben nicht. Man kann sich auch jeden dieser Charakterzüge bis zu einem gewissen Punkt antrainieren, wodurch die Grenzen sehr schnell verwischt werden können, andererseits gibt es aber von Natur aus sehr selten ‘reine’ Charakterzüge. Mit Disziplin, etwas Geduld und Selbstreflexion kann man herausfinden, welche Art von Mensch man ist – am besten fragt man aber nicht seine Freunde, da diese generell dazu neigen, einem die Welt schön zu reden. Wenn man das nun also zusammenfasst gibt es nur noch zwei große, übergeordnete Kategorien – kompetitive und nicht dafür geeignete Spieler.

Wie schon oben erwähnt gibt es natürlich immer die Chance sich die mangelnden Eigenschaften anzutrainieren, das benötigt aber viel Geduld und die dementsprechende Motivation. Woher ich das weiß? Ich war früher ein schlechter Verlierer erster Klasse. Wenn mich Freunde und Schulkollegen in Mario Kart, Mario Party oder Super Smash Bros. geschlagen haben, bin ich an die Decke gegangen. Selten hatte ich die Chance zu gewinnen, obwohl ich doch so viel gespielt habe und selbst gegen die härteste KI in den damaligen Spielen bestehen konnte. Ich hatte viel Glück und meine Freunde nahmen es mir nicht übel, sondern halfen mir zu verstehen – es geht nicht vorrangig um gespielte Zeit oder darum, immer den stärksten Move oder die besten Einheiten zu bauen, sondern darum, die Mechaniken eines Spiels zu verstehen und den Vorteil daraus zu ziehen.

Jedes Spiel hat dabei eigene Mechniken und Systeme, die man lernen, verstehen und ins Gefühl bekommen muss. Bei Starcraft geht es zum Beispiel ums Bevölkerungslimit, den Ressourcenabbau und den grundlegenden Basisbau, der in eigentlich jeder Strategie absolut gleich ist. In League of Legends betrifft es die verschiedenen Fähigkeiten der Champions, die spezifischen Rollen der Helden, die zugehörigen Gegenstände und die Kombination von all dem zu einer funktionierenden Mechanik. Dabei gibt es weniger komplexe Mechaniken ebenso wie die ‘Hölle auf Erden’. Ich werde am Beispiel LoL bleiben, da ich da die meiste Erfahrung habe, werde aber auch kurz auf Starcraft eingehen. Singed zum Beispiel ist mit relativ einfachen Mechaniken ausgestattet. Trotzdem ist es ziemlich schwer, ihn Fehlerfrei zu spielen, da man den Schaden, den man verursacht sehr schnell überschätzen und den, den man einsteckt, sehr leicht unterschätzen kann. Ein anderes Beispiel wäre Darius. Dieser ist eher im Mittelfeld des Skilllevels anzuordnen. Man kann auf jeden Fall viel Schaden mit seinen Fähigkeiten anrichten, jedoch nur dann wirklich dominieren, wenn man alle Fähigkeiten voll verstanden hat und sie dementsprechend einsetzen kann.

Neben diesen beiden ‘Schwierigkeitsgraden’ der Mechaniken, die leicht zu erlernen, aber schwer zu meistern sind, gibt es noch die dritte Stufe. Zu diesen würde in LoL Janna gehören. Sie ist einer von wenigen Champions, die von der Mechanik her extrem schwer zu meistern sind, aber kaum minder schwer zu erlernen. Bei ihr reicht es nicht einfach, die Sprüche nacheinander rauszuklopfen, man muss sehr taktisch und vorausschauend agieren. Cooldownzeiten sind hoch, man muss exakt treffen und wenn man sie falsch setzt, merkt man es erst, wenn es schon viel zu spät ist. Einen solchen Champion zu meistern, heißt noch lange nicht, dass man das Spiel beherrscht, aber immerhin, dass man die Mechaniken dahinter wirklich gut durchblicken kann.

Bei Starcraft würde es ungefähr so aussehen: Am einfachsten zu erlernen sind definitiv die Terraner. Sie haben die nachvollziehbarsten Gebäude- und Einheitennamen (jeder kann was mit einer Kaserne oder einem Marine anfangen – auch die, die eigentlich nichts mit Videospielen zu tun haben). Das Mittelmaß am Skillevel wären dann die Protoss und den Höchstlevel erreichen die Zerg (normalerweise würde ich an dieser Stelle an die verdammt starken Ähnlichkeiten zu Space Marines, Eldar und Tyraniden aus W40k hinweisen, welches schon ‘etwas’ früher erschienen ist, aber ich glaube, dieses Mal sehe ich davon ab – oh, Moment, Mist). Da ich aber nie sonderlich gut in Starcraft war, kann ich jetzt hier nur schreiben, was ich durch andere Strategiespiele, die ich gespielt habe, dazu ableiten kann.

Die meisten Spiele könnte man in einfachen Zahlen ausgeben – aber was wäre ein solches, kompetitives Spiel ohne die grafische Oberfläche darüber? Richtig! Langweilig. Selbst Schach könnte man nur mit Buchstaben und Zahlen spielen – ohne Feld, ohne Figuren, aber es wäre unnötig kompliziert und abgesehen davon würde das Spiel keiner spielen wollen, weil man einfach nichts sieht – irgendwie krank, die Menschheit. Je einfacher, desto besser.

Natürlich kommt es auch viel auf den Spielertyp drauf an – ein klassischer Kämpfer wird mit den Protoss herzlich wenig anfangen können, da er einfach zu wenig Einheiten zum ‘jonglieren’ hat; er würde mit den Zerg wohl viel besser dastehen. Ein eher zäher Spielertyp würde wohl hingegen mit den Terranern oder Protoss ziemlich gut dastehen. Beide bieten gute Möglichkeiten, die Gegner auflaufen zu lassen (die Zerg natürlich ebenso, es benötigt aber mehr Zeit als bei den Terranern).

Wenn man dann diese Mechaniken hinter einem Spiel verstanden hat, dann geht es um den eigentlich wichtigen Teil – wie wird man besser und wie kann ich meine, durch meinen Spielstil oder Charaktertyp entstehenden Nachteile ausmerzen und damit erfolgreich werden?
Es wird keine “Komplettlösung” zum Erfolg geben, aber die grundlegenden Aspekte werde ich aufgreifen.

~Fortsetzung folgt~
1581 Wörter – Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Kritik, Lob, Verbesserungsvorschläge in den Kommentaren erwünscht.

Have fun!

Blut, Tod und Mord

Nachdem ich mich letztes Mal mit etwas sehr Kritischem befasst habe, möchte ich dieses Mal wieder mehr in die Philosophie eintauchen. Ein weiteres Thema, welches mich vor allem dadurch beschäftigt, weil es mir an mir selbst aufgefallen ist. Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen!

Egal ob Theater, Oper, Buch, Serie, Film oder Videospiel. Kein Medium wäre für die Menschheit so faszinierend oder spannend, wenn es nicht einen tragischen Helden oder genug Blut und Morde geben würde (dabei nehme ich für diesen Artikel Krieg aussen vor – dieser hat andere Beweggründe). In so ziemlich jeder packenden Geschichte, die die Zeit überdauert hat, stirbt jemand – alles andere ist der Menschheit anscheinend nicht tragisch oder bewegend genug. Aber woher kommt dieses Phänomen und warum findet man bei Google, wenn man danach sucht nur Angebote für Krimis?

Zu Beginn möchte ich daran erinnern, dass der Mensch grundsätzlich allem, was er nicht kennt, mit skepsis oder sogar Angst gegenübersteht. Das ist – besonders rückbezogen auf den vorigen Absatz – sehr spannend, denn keiner von uns weiß, was nach dem Tod kommt. Dennoch wollen wir in diesen Geschichten immer eine gewisse Dramatik sehen; nämlich das Dahinscheiden eines Menschen. Es kommt dabei wenig auf die gesellschaftliche Stellung der Menschen an oder wie “kultiviert” sie sind. Von Urvölkern bis hin zur Queen oder dem Präsidenten der Vereinigten Staaten – dieses Prinzip greift.

Damit eröffne ich direkt die erste Möglichkeit, hinter diese Faszination zu blicken. Wir können uns Antworten erwarten; Antworten auf die Frage, die alle lebenden Wesen wohl seit Beginn der Existenz plagt: ‘Was kommt nach dem Tod?’. Dass die Antworten, die wir aus solchen Geschichten bekommen nur in den seltensten Fällen zufriedenstellend sind, brauche ich wohl kaum extra zu betonen. Schließlich sind das alles Geschichten, die von Menschenhand geschrieben wurden – ebenso wie dieser Artikel. Viele der großen Schriftsteller mögen bereits Tod sein und wissen ob und was danach kommt, jedoch können sie nicht mehr davon berichten.

Doch, wenn man rational darüber nachdenkt und man die wenigen Fakten der Schlussfolgerung berücksichtigt, legen wir uns doch selbst ein Ei, wenn wir trotz des Wissens, dass wir es auf diese Art nicht erfahren, weiter diese Geschichten auf Hinweise absuchen, oder hat der Gedankengang etwa einen Fehler? Nun, nein, der Gedankengang ist richtig und trotzdem ist das Bewusstsein ein besonders mächtiges Wesen von uns und in uns. Es kann uns Dinge vortäuschen oder verdrängen lassen und letzten Endes müssen wir mit Logik und klaren Gedanken ausfiltern, was Wahr ist und was uns unser Gehirn – beziehungsweise Bewusstsein – vorgaukelt.

So erlaubt sich unser Gehirn, diese durchaus rationalen Gedanken zu verwerfen weil es letzten Endes wieder hinausläuft, worauf ich zu Beginn hingewiesen habe – wir fürchten alles für uns Unbekannte. Das Paradebeispiel, welches jeder von uns als Kind durchlebt hat, ist wohl die Dunkelheit. Das räumliche Denken und erinnern an Räume und deren Einrichtungen ist nicht ausgeprägt genug, um zu ‘wissen’, dass es lediglich an Licht fehlt und man spinnt sich in den Gedächtnislücken einfach etwas zusammen. Da der Mensch aber grundsätzlich vorsichtig handelt, spinnt er sich in diese Lücken schreckliche Monster oder eine unbekannte Gefahr, der wir aber auf gar keinen Fall begegnen wollen.

Wenn wir aber nicht nach einer direkten Antwort nach dem Tod suchen – was ist es dann? Für mich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es wohl ein gewisser Faktor der Beruhigung und Gewöhnung ist. Wir gewöhnen uns daran, zu scheitern, zu enden oder einfach nur daran, auf gewisse Fragen keine Antwort zu kennen. Dabei verpacken wir das allerdings oftmals in wirklich spannende Plots und nennen es Thriller oder Krimi. Auch wenn viele dieser Geschichten viele Fäden haben, so interessiert uns doch meist nur einer – der rote, blutrote Faden des Pro- beziehungsweise Antagonisten.

Warum spuckt Google auf die Frage nach dem Interesse an Mord nur Krimis aus? Einerseits gibt es zu wenige Menschen, die offen darüber sprechen, weil Gewalt und vor allem Mord noch immer Tabuthemen sind und wir es, selbst wenn wir es wüssten, nicht wahrhaben wollen würden. Damit stellt sich nur noch eine Frage: ‘Was kommt danach?’

Dieses Mal bin ich besonders auf Kommentare gespannt. Auch, wenn ich, wie die letzten Male nicht mit Feedback rechne, frage ich ein weiteres Mal danach.

Have fun!

Weltmeister? Worin?

Eigentlich wollte ich ja jeden Monat zwei Artikel im Philosophie-Segment rausbringen, allerdings hat es sich in diesem Monat bisher nicht ergeben, dass ich genug Zeit hatte, einen ordentlichen Artikel zu verfassen. Einfach so hingeklatscht sollte ein solcher Beitrag schließlich nicht sein.

Die Fußball-WM ist im vollen Gange und immer wieder hört man – auch auf YT – Statements, in denen gesagt wird, dass die befragte Person sich eigentlich nicht für Fußball interessiert, aber zur WM oder EM schaut man dann doch und will die eigene Mannschaft anfeuern. Wenn man aber jetzt gerade Österreicher (oder auch Einwohner eines anderen Landes ist, welches nicht an der WM teilnimmt – whyever) ist, kann man sich in dieser Situation ganz entspannt zurücklehnen, weil für uns geht es um nichts.

Die größte Frage, die ich mir aber selbst als Unbeteiligter stelle, ist die Frage nach den Auswirkungen eines solchen Events. Dabei trifft es nicht nur die aktuelle WM sondern auch EMs, Olympische Spiele, und so weiter.
Im Großen und Ganzen kann man die Ergebnisse, die ein solches Event für ein Land bringt einfach zusammenfassen. Wenn es in einem hoch entwickelten Land stattfindet, gibt es einen großen Schub in der Gastronomie und allen anderen mit den Veranstaltungsvorbereitungen und -durchführung Berufssparten. Einerseits kostet es viel Arbeitszeit und Geld, andererseits bringt es natürlich auch vermehrte Einkommen und einen großen Popularitätszuwachs für das jeweilige Land – selbst wenn der Veranstalter in der Gruppenphase rausfliegt (*hust* EM 2008 *hust*)

Anders sieht es leider in weniger gut dastehenden Ländern aus. So geht es zur Zeit auch in Brasilien zu. Es werden schlecht versorgte Stadtteile abgesperrt, evakuiert oder sogar dem Erdboden gleich gemacht. Menschen werden unterdrückt, um ein gutes Erscheinungsbild zu garantieren um das internationale Ansehen nicht zu gefährden.
Aber es gibt natürlich auch den positiven Aspekt der wundersamen Geldvermehrung, den ich schon bei den Wohlstandsländern beschrieben habe. Allerdings geht das Geld dort nicht direkt an die Mitarbeiter der Betriebe, wie es bei uns der Fall wäre, sondern wird – im Endeffekt – unter wenigen, reichen Menschen verteilt, anstatt der Bevölkerung, die es eigentlich nötig hätte, zu helfen. Die Menschen, die vorher vertrieben wurden, bekommen wohl nichts als Entschädigung (oder wenn doch, dann sehr wenig) und gegen den klägliche Zustand, in dem sich viele Teile des jeweiligen Landes befinden, wird auch nichts unternommen.

Was bedeutet das aber für uns als ‘gemeines Volk’? Naja, wir können nicht viel machen, abgesehen davon, dass wir – so hart das auch klingt – nicht zu den Veranstaltungen in den jeweiligen Ländern fahren, sondern uns das ‘Spektakel’ von zu Hause aus anschauen. Die Komitees, welche für die Entscheidung von eben jenen Austragungsorten verantwortlich sind, werden es nicht von alleine verstehen, dass man dem Volk eines Landes, in welchem nicht die nötige Infrastruktur für ein solches Event vorhanden ist, nicht hilft, in dem man sie Stadien bauen oder kilometerweise Kabel verlegen lässt.

Brasilien, und das möchte ich in diesem Zusammenhang nicht außer Acht lassen, hat durchaus eine starke Fußballmannschaft. Ich erinnere mich sehr gut an frühere Weltmeisterschaften, bei denen ich, als ich mich zwangsläufig noch mehr für Fußball interessiert habe, auch Brasilien angefeuert habe. Rein vom spielerischen Können und von der Qualität, in der sie den Sport betreiben, steht ihnen durchaus eine WM in ihrem Land zu. Dennoch denke ich, dass es besser wäre, zuerst in die allgemeine Infrastruktur, eine ausgeglichenere gesellschaftliche Ordnung und den Ausbau inklusive der Verstärkung der öffentichen Ordnungskräfte zu investieren. Brasilien gilt weiterhin als gefährliches Tourismusziel und vor allem der Taschendiebstahl ist noch immer ein flächendeckendes Problem.

Viele starke Mannschaften haben sich bereits verabschiedet und im Moment trauen sich nicht einmal vermeintliche Experten eine konkrete Schätzung abzugeben. Falls doch zu viele Mannschaften rausfliegen, spielen im Finale – quasi als Ersatzspiel – eben Österreich gegen die Färöer.

Zum Abschluss möchte ich euch um eure Meinung bitten. Denkt ihr, die WM in Brasilien – oder wie letztes Mal in Afrika – zu veranstalten bringt den jeweiligen Gastgebern etwas? Oder denkt ihr es schadet ihnen mehr? Meine Meinung steht da oben, ich freue mich auf die eure.

Have fun!

Wortzahl 659

Die eigenen Grenzen

Kleine Warnung im Vorhinein: Dieser Artikel geht noch weiter ins Philosophische, als ‘Kennt ihr das auch?‘. Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen und vielleicht auch beim darüber nachdenken.

Es gibt im Leben immer wieder Momente, in denen man an seine persönlichen Grenzen stößt. Sei es durch mangelndes, körperliches Training oder geistige Überforderung. Dann steht man vor der Entscheidung: Übertreffe ich mich selbst? Bleibe ich stehen? Drehe ich sogar um und versuche es anderswo? Diese Fragen stehen natürlich immer im Bezug zur eigenen Fähigkeitenkonstellation, der Willensstärke und dem Problem an sich.

Was passiert, wenn ich sage, ich drehe um, sollte jedem klar sein. Es ist eine Kapitulation vor einem Problem, für das ich keine Lösung habe. Dann kann ich entweder versuchen, das Problem zu umgehen, einen anderen Weg zum Ziel zu suchen oder ich versuche es später, wenn ich mich persönlich weiter entwickelt habe, einfach noch einmal. Wenn ich aber einmal vor einem Problem kapituliere, brauche ich aber schon eine besondere Motivation um mich überhaupt nochmal diesem Problem zu stellen. Da kann so ziemlich alles eine relevante Rolle spielen.

Bleibe ich stehen und warte einfach Mal, was passieren wird oder kann? Dann bleibe ich vielleicht ewig hier stehen und kann weder vor noch wirklich zurück. Wobei ich hier noch die Möglichkeit auf eine Rettung aus dieser Situation in Betracht ziehen möchte. Es gibt dann immer wieder Situationen, die wir meistern können, in dem wir Hilfe durch Freunde oder die Familie bekommen. Manchmal helfen uns sogar die Kontrahenten, die uns blockieren, indem sie uns Tricks, Werkzeuge oder Sonstiges in die Hand legen. Dieses letzte Phänomen ist allerdings sehr, sehr selten.

Durch dieses Rettungsszenario bin ich allerdings schon halb in die dritte Möglichkeit gerutscht – übertreffe ich mich selbst? Wenn ich an einem solchen Punkt mich für diese Option entscheide, weiß ich zumeist, worauf ich mich einlasse – hin und wieder allerdings auch nicht, das ist richtig. Was erwartet mich aber Allgemein wenn ich mich für diese Möglichkeit entscheide? Hier wartet vor allem eines – harte Arbeit.

Es ist nicht immer gleich schwer, eine dieser persönlichen Grenzen zu überschreiten. Wie schon vorhin erwähnt, kommt es einerseits auf die Art des Problems, die bereits bestehenden, persönlichen Fähigkeiten und die eigene Einstellung und Willensstärke an. Zusätzlich kann es noch weitere Motivationsfaktoren geben und in den meisten Fällen gibt es diesse auch, sind aber je nach Konstellation absolut unterschiedlich.

Dabei gibt es sowohl bei körperlichen und geistigen Hürden immer wieder Probleme, die einem jedes Mal begegnen. Eines davon ist die persönliche Enttäuschung. Ich habe die Situation, dass ich soeben an einem Problem gnadenlos gescheitert bin und dann kommen alle negativen Asoziationen, die man in dieser Richtung bereits erfahren, erlebt und gehört/gesehen hat. Das ist die erste, große Hürde, die ich auf jeden Fall durchleben und überwinden muss. Es ist ziemlich schlecht für die Entwicklung dieser Grenzerweiterung, diese Gefühle nicht zu durchleben. Die umgekehrte Gefahr ist natürlich, zu lange in diesem Zustand zu bleiben und in eine Depressionsendlosschleife zu verfallen. Jeder muss sich sein Maß dafür selbst erarbeiten, aber mit jeder Hürde wird man besser darin, die Zeit, die man dafür braucht, abzuschätzen.

Wenn dieses Stadium überwunden wird, sollte man sich zeitgleich den Entschluss fassen, besser werden zu wollen, an sich selbst, seiner Denkstruktur, Arbeitsweise, etc. zu arbeiten um sich selbst die Fähigkeit zu geben, die Problemhürde zu meistern. Wenn man an diesem Punkt angekommen ist, stellt sich nur noch eine Frage – die Frage nach dem ‘Wie?’. Wie kann ich es schaffen, besser zu werden, meine Fähigkeiten/Denkstrucktur in diese Richtung zu verbessern? Muss ich von alten Gepflogenheiten loslassen oder reicht es, etwas Neues hinzuzufügen. Für mich als leidenschaftlicher Koch geht da der Vergleich mit Rezepten Hand in Hand. Wenn ich vor einem Rezept stehe, dessen Ergebnis mir nicht schmeckt/gefällt, setze ich mich da dran und schaue, welche Gewürze, Zubereitungsschritte, etc. ich ändern muss, um das gewünschte Ergebnis zu erlangen. Manchmal dauert es Minuten, manchmal Tage oder sogar Wochen. Sobald man aber die Lösung für seine Hürde gefunden hat, muss man damit wachsen und es vertiefen.

Falls ich eine Lösung für ein Problem nur dieses eine Mal in betracht ziehe und danach wieder vergesse, habe ich zwar das Problem gelöst, ich bin aber weder daran gewachsen, noch habe ich mich in irgend einer Form entwickelt. Das einzige, das ich damit erreicht habe, ist es, das Problem zu umschiffen, um direkt vor dem nächstgrößeren Problem zu stehen. Damit kommt man vielleicht ein oder zwei Mal durch, aber spätestens beim dritten Mal steht man vor der schier unlösbaren Aufgabe und dann seine eigenen Grenzen zu überwinden ist praktisch unmöglich. Man hat schließlich schon zwei Grenzerweiterungen verpasst und muss jetzt direkt das dreifache Pensum erfüllen, um weiter zu kommen. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Jeder Mensch muss täglich die eine oder andere Hürde überwinden, die er normalerweise nicht schafft. Meistens sind diese Hürden verhältnismäßig klein und nach einem kurzen “Ja!” oder “Geschafft!” geht es zur Tagesordnung zurück – vielen fällt das oft nicht einmal auf, aber diese kleinen Erfolge können uns den Tag versüßen. Wenn man dann vor einem größeren Problem steht, in einer Größe, die man nicht jeden Tag – oder nicht einmal jedes Jahr – erlebt, können auch diese kleinen Erfolge für Kraft oder Motivation sorgen und daran sollte man sich nachhaltig und reichlich zugleich bedienen.

Vielleicht habe ich den einen oder anderen ja etwas zum nachdenken bringen können oder dem einen oder anderen sogar etwas Hoffnung oder Erleuchtung gebracht. Ich freue mich auf Kommentare und Feedback.

Have fun!

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
Wortanzahl: 907

Kennt ihr das auch?

ich weiß, es kam schon lange nichts mehr auf dem Blog, aber hin und wieder habe ich einfach immens Lust darauf, zu schreiben.

Auch, wenn der Titel jetzt eventuell den einen oder andere abschrecken könnte, gleich von vorn herein: Nein, ich werde jetzt nicht einhundert Dinge aufzählen, die mir so spontan auffallen, es geht hier jetzt nur um ein Phänomen.

Und zwar: Ihr kauft euch ein Spiel, auf das ihr euch seit Wochen/Monaten freut, zockt es, findet es großartig und nach zwei, drei Wochen versinkt es in der Festplatte und ihr habt keine rechte Motivation mehr, das Spiel zu starten. Mir geht es mit Titanfall im Moment genau so.

Ich finde das Spiel gut, geradezu episch, weil es ein Shooter ist, in dem auch schlechtere Shooter-Spieler eine Chance haben, weil es auch ein bisschen stärker auf Taktik ankommt, als in den meisten anderen Ego-Shootern, die auf Multiplayer ausgelegt sind. Bei mir hängt dieses Motivationsloch gerade deswegen auf diesem Spiel, weil ich einfach keine Mitspieler in meinem Freundeskreis habe. Den besseren Spielern kommt das Ganze irgendwie zu Anspruchslos vor, aber die meisten sagen ganz einfach, dass sie das Spiel aus verschiedenen Gründen nicht interessiert.

Natürlich spiele ich hin und wieder, aber bei weitem nicht so oft, wie ich mir eigentlich am Anfang dachte, da eben vom Freundeskreis die Motivation – ja, fast schon – herausgesaugt wurde. So viel Spaß das Spiel auch macht, ist es doch irgendwo schwierig, den nötigen Ansporn zu finden, wenn das Spiel im ganzen Umfeld verschwindet. Kein LPer, den ich schaue, spielt das Spiel, der Freundeskreis wurde schon beschrieben und selbst die Streamer, die ich immer wieder schaue und da durchaus auch Shooter-Spieler dabei sind, schweigen das Spiel tot. Der Hype rund um Titanfall hat nur sehr kurz gedauert – obwohl es ein sehr gutes Spiel ist und dadurch stellt sich mir die Frage nach dem warum.

Der Sieg bei einer meiner ersten Titanfall-Runden. (Das Bild war auch auf Facebook.)

Der Sieg bei einer meiner ersten Titanfall-Runden. (Das Bild war auch auf Facebook.)

Warum wird ein Spiel, das so viel Potenzial hat und einigen Spaß macht, nach so kurzer Zeit fallen gelassen? Liegt es am Umfang? Waren nicht genug Waffen dabei? Haben Innovationen gefehlt? Ist das Gameplay zu schlecht? Sind die Maps mangelhaft? Ist die Konkurrenz zu groß?

Da gibt es jetzt einige Möglichkeiten anzusetzen. Am Umfang generell liegt es kaum, an den Waffen zum Teil schon eher. Es gibt kaum Abwechslung in den Waffen und das Standard-Sturmgewehr bringt als Pilot genug Feuerkraft und mit den Mods auch Flexibilität mit, um allen Spielern Gerecht zu werden. Es gibt zwar auch die eine oder andere untypische Waffe, die den Anreiz wecken, sie doch einmal zu spielen, aber es kommt auf Dauer eben nichts gegen das Sturmgewehr an.

Innovationen haben ebenso wenig gefehlt, wie das Gameplay gut war. Hier kann man mit den aktuellen Mitteln – mMn – nicht viel mehr rausholen. Die Maps hingegen leiden leider unter einer kleinen Krankheit – und zwar dem Multi-Spieltyp-Syndrom (grade von mir erfunden). Die Karten sind allesamt auf alle Spielmodi ausgelegt und je nach Modus werden bestimmte Elemente entfernt, beziehungsweise hinzugefügt. Da kommt zwar nie irgendwie das Gefühl auf, als ob etwas künstlich in die Welt gesetzt wurde, aber wenn man eine Map im Modus Hardpoint (quasi Erobern aus BF) kennen gelernt hat und danach Materialschlacht (TDM) spielt, hat man in den ersten Runden das Gefühl, dass etwas fehlt. Vielleicht hätte man doch ein paar Karten auf einzelene Spielmodi begrenzen sollen.

Der letzte Punkt hier ist die Konkurrenz. Ich glaube gerade hier liegt das größte Problem begraben. Battlefield und besonders Call of Duty haben ihr Spielerschaft, die nichts anderes kennen und wollen als eben ihr Spiel. Battlefield (besonders 2142) hat zumindest Ähnlichkeiten mit Titanfall und lässt da viele Spieler damit leben aber CoD ist ein komplett anderes Spiel und das schreckt wohl viele Spieler ab – trotz des guten Konzepts und vieler, guter Elemente. Wenn man in einem Genre gewisse Erfahrungen gesammelt hat, möchte man da einfach nicht mehr raus.

Dieses Phänomen erlebe ich selbst bei League of Legends und DotA. Ich habe DotA 1 ziemlich gerne gespielt, aber nie wirklich intensiv. League of Legends hingegen hat es mir angetan und das spiele ich auch dementsprechend häufig. Dadurch kann ich mit DotA 2 allerdings kaum noch etwas anfangen. Es ist ein sehr gutes Spiel und hat ebenso seine Community, aber ich bin im Moba-Genre einfach auf LoL geeicht und werde da wohl in nächster Zeit auch kaum rauskommen. Um DotA 2 wirklich mögen zu können, müsste ich wohl lange genug von LoL weg sein. Und zirka so wird es wohl auch bei Shootern sein.

Was meint ihr? Kann man Titanfall irgendwie retten und den Hype erneut aufleben lassen? Oder ist es dafür schon zu spät?

Have fun!

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten oder mich in den Kommentaren darauf hinweisen, ebenso wie auf seine eigene Meinung zu dem Thema. ;) Artikel umfasst 773 Wörter.