Kennt ihr das auch?

ich weiß, es kam schon lange nichts mehr auf dem Blog, aber hin und wieder habe ich einfach immens Lust darauf, zu schreiben.

Auch, wenn der Titel jetzt eventuell den einen oder andere abschrecken könnte, gleich von vorn herein: Nein, ich werde jetzt nicht einhundert Dinge aufzählen, die mir so spontan auffallen, es geht hier jetzt nur um ein Phänomen.

Und zwar: Ihr kauft euch ein Spiel, auf das ihr euch seit Wochen/Monaten freut, zockt es, findet es großartig und nach zwei, drei Wochen versinkt es in der Festplatte und ihr habt keine rechte Motivation mehr, das Spiel zu starten. Mir geht es mit Titanfall im Moment genau so.

Ich finde das Spiel gut, geradezu episch, weil es ein Shooter ist, in dem auch schlechtere Shooter-Spieler eine Chance haben, weil es auch ein bisschen stärker auf Taktik ankommt, als in den meisten anderen Ego-Shootern, die auf Multiplayer ausgelegt sind. Bei mir hängt dieses Motivationsloch gerade deswegen auf diesem Spiel, weil ich einfach keine Mitspieler in meinem Freundeskreis habe. Den besseren Spielern kommt das Ganze irgendwie zu Anspruchslos vor, aber die meisten sagen ganz einfach, dass sie das Spiel aus verschiedenen Gründen nicht interessiert.

Natürlich spiele ich hin und wieder, aber bei weitem nicht so oft, wie ich mir eigentlich am Anfang dachte, da eben vom Freundeskreis die Motivation – ja, fast schon – herausgesaugt wurde. So viel Spaß das Spiel auch macht, ist es doch irgendwo schwierig, den nötigen Ansporn zu finden, wenn das Spiel im ganzen Umfeld verschwindet. Kein LPer, den ich schaue, spielt das Spiel, der Freundeskreis wurde schon beschrieben und selbst die Streamer, die ich immer wieder schaue und da durchaus auch Shooter-Spieler dabei sind, schweigen das Spiel tot. Der Hype rund um Titanfall hat nur sehr kurz gedauert – obwohl es ein sehr gutes Spiel ist und dadurch stellt sich mir die Frage nach dem warum.

Der Sieg bei einer meiner ersten Titanfall-Runden. (Das Bild war auch auf Facebook.)

Der Sieg bei einer meiner ersten Titanfall-Runden. (Das Bild war auch auf Facebook.)

Warum wird ein Spiel, das so viel Potenzial hat und einigen Spaß macht, nach so kurzer Zeit fallen gelassen? Liegt es am Umfang? Waren nicht genug Waffen dabei? Haben Innovationen gefehlt? Ist das Gameplay zu schlecht? Sind die Maps mangelhaft? Ist die Konkurrenz zu groß?

Da gibt es jetzt einige Möglichkeiten anzusetzen. Am Umfang generell liegt es kaum, an den Waffen zum Teil schon eher. Es gibt kaum Abwechslung in den Waffen und das Standard-Sturmgewehr bringt als Pilot genug Feuerkraft und mit den Mods auch Flexibilität mit, um allen Spielern Gerecht zu werden. Es gibt zwar auch die eine oder andere untypische Waffe, die den Anreiz wecken, sie doch einmal zu spielen, aber es kommt auf Dauer eben nichts gegen das Sturmgewehr an.

Innovationen haben ebenso wenig gefehlt, wie das Gameplay gut war. Hier kann man mit den aktuellen Mitteln – mMn – nicht viel mehr rausholen. Die Maps hingegen leiden leider unter einer kleinen Krankheit – und zwar dem Multi-Spieltyp-Syndrom (grade von mir erfunden). Die Karten sind allesamt auf alle Spielmodi ausgelegt und je nach Modus werden bestimmte Elemente entfernt, beziehungsweise hinzugefügt. Da kommt zwar nie irgendwie das Gefühl auf, als ob etwas künstlich in die Welt gesetzt wurde, aber wenn man eine Map im Modus Hardpoint (quasi Erobern aus BF) kennen gelernt hat und danach Materialschlacht (TDM) spielt, hat man in den ersten Runden das Gefühl, dass etwas fehlt. Vielleicht hätte man doch ein paar Karten auf einzelene Spielmodi begrenzen sollen.

Der letzte Punkt hier ist die Konkurrenz. Ich glaube gerade hier liegt das größte Problem begraben. Battlefield und besonders Call of Duty haben ihr Spielerschaft, die nichts anderes kennen und wollen als eben ihr Spiel. Battlefield (besonders 2142) hat zumindest Ähnlichkeiten mit Titanfall und lässt da viele Spieler damit leben aber CoD ist ein komplett anderes Spiel und das schreckt wohl viele Spieler ab – trotz des guten Konzepts und vieler, guter Elemente. Wenn man in einem Genre gewisse Erfahrungen gesammelt hat, möchte man da einfach nicht mehr raus.

Dieses Phänomen erlebe ich selbst bei League of Legends und DotA. Ich habe DotA 1 ziemlich gerne gespielt, aber nie wirklich intensiv. League of Legends hingegen hat es mir angetan und das spiele ich auch dementsprechend häufig. Dadurch kann ich mit DotA 2 allerdings kaum noch etwas anfangen. Es ist ein sehr gutes Spiel und hat ebenso seine Community, aber ich bin im Moba-Genre einfach auf LoL geeicht und werde da wohl in nächster Zeit auch kaum rauskommen. Um DotA 2 wirklich mögen zu können, müsste ich wohl lange genug von LoL weg sein. Und zirka so wird es wohl auch bei Shootern sein.

Was meint ihr? Kann man Titanfall irgendwie retten und den Hype erneut aufleben lassen? Oder ist es dafür schon zu spät?

Have fun!

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten oder mich in den Kommentaren darauf hinweisen, ebenso wie auf seine eigene Meinung zu dem Thema. ;) Artikel umfasst 773 Wörter.

Ein Gedanke zu “Kennt ihr das auch?

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