Die eigenen Grenzen

Kleine Warnung im Vorhinein: Dieser Artikel geht noch weiter ins Philosophische, als ‘Kennt ihr das auch?‘. Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen und vielleicht auch beim darüber nachdenken.

Es gibt im Leben immer wieder Momente, in denen man an seine persönlichen Grenzen stößt. Sei es durch mangelndes, körperliches Training oder geistige Überforderung. Dann steht man vor der Entscheidung: Übertreffe ich mich selbst? Bleibe ich stehen? Drehe ich sogar um und versuche es anderswo? Diese Fragen stehen natürlich immer im Bezug zur eigenen Fähigkeitenkonstellation, der Willensstärke und dem Problem an sich.

Was passiert, wenn ich sage, ich drehe um, sollte jedem klar sein. Es ist eine Kapitulation vor einem Problem, für das ich keine Lösung habe. Dann kann ich entweder versuchen, das Problem zu umgehen, einen anderen Weg zum Ziel zu suchen oder ich versuche es später, wenn ich mich persönlich weiter entwickelt habe, einfach noch einmal. Wenn ich aber einmal vor einem Problem kapituliere, brauche ich aber schon eine besondere Motivation um mich überhaupt nochmal diesem Problem zu stellen. Da kann so ziemlich alles eine relevante Rolle spielen.

Bleibe ich stehen und warte einfach Mal, was passieren wird oder kann? Dann bleibe ich vielleicht ewig hier stehen und kann weder vor noch wirklich zurück. Wobei ich hier noch die Möglichkeit auf eine Rettung aus dieser Situation in Betracht ziehen möchte. Es gibt dann immer wieder Situationen, die wir meistern können, in dem wir Hilfe durch Freunde oder die Familie bekommen. Manchmal helfen uns sogar die Kontrahenten, die uns blockieren, indem sie uns Tricks, Werkzeuge oder Sonstiges in die Hand legen. Dieses letzte Phänomen ist allerdings sehr, sehr selten.

Durch dieses Rettungsszenario bin ich allerdings schon halb in die dritte Möglichkeit gerutscht – übertreffe ich mich selbst? Wenn ich an einem solchen Punkt mich für diese Option entscheide, weiß ich zumeist, worauf ich mich einlasse – hin und wieder allerdings auch nicht, das ist richtig. Was erwartet mich aber Allgemein wenn ich mich für diese Möglichkeit entscheide? Hier wartet vor allem eines – harte Arbeit.

Es ist nicht immer gleich schwer, eine dieser persönlichen Grenzen zu überschreiten. Wie schon vorhin erwähnt, kommt es einerseits auf die Art des Problems, die bereits bestehenden, persönlichen Fähigkeiten und die eigene Einstellung und Willensstärke an. Zusätzlich kann es noch weitere Motivationsfaktoren geben und in den meisten Fällen gibt es diesse auch, sind aber je nach Konstellation absolut unterschiedlich.

Dabei gibt es sowohl bei körperlichen und geistigen Hürden immer wieder Probleme, die einem jedes Mal begegnen. Eines davon ist die persönliche Enttäuschung. Ich habe die Situation, dass ich soeben an einem Problem gnadenlos gescheitert bin und dann kommen alle negativen Asoziationen, die man in dieser Richtung bereits erfahren, erlebt und gehört/gesehen hat. Das ist die erste, große Hürde, die ich auf jeden Fall durchleben und überwinden muss. Es ist ziemlich schlecht für die Entwicklung dieser Grenzerweiterung, diese Gefühle nicht zu durchleben. Die umgekehrte Gefahr ist natürlich, zu lange in diesem Zustand zu bleiben und in eine Depressionsendlosschleife zu verfallen. Jeder muss sich sein Maß dafür selbst erarbeiten, aber mit jeder Hürde wird man besser darin, die Zeit, die man dafür braucht, abzuschätzen.

Wenn dieses Stadium überwunden wird, sollte man sich zeitgleich den Entschluss fassen, besser werden zu wollen, an sich selbst, seiner Denkstruktur, Arbeitsweise, etc. zu arbeiten um sich selbst die Fähigkeit zu geben, die Problemhürde zu meistern. Wenn man an diesem Punkt angekommen ist, stellt sich nur noch eine Frage – die Frage nach dem ‘Wie?’. Wie kann ich es schaffen, besser zu werden, meine Fähigkeiten/Denkstrucktur in diese Richtung zu verbessern? Muss ich von alten Gepflogenheiten loslassen oder reicht es, etwas Neues hinzuzufügen. Für mich als leidenschaftlicher Koch geht da der Vergleich mit Rezepten Hand in Hand. Wenn ich vor einem Rezept stehe, dessen Ergebnis mir nicht schmeckt/gefällt, setze ich mich da dran und schaue, welche Gewürze, Zubereitungsschritte, etc. ich ändern muss, um das gewünschte Ergebnis zu erlangen. Manchmal dauert es Minuten, manchmal Tage oder sogar Wochen. Sobald man aber die Lösung für seine Hürde gefunden hat, muss man damit wachsen und es vertiefen.

Falls ich eine Lösung für ein Problem nur dieses eine Mal in betracht ziehe und danach wieder vergesse, habe ich zwar das Problem gelöst, ich bin aber weder daran gewachsen, noch habe ich mich in irgend einer Form entwickelt. Das einzige, das ich damit erreicht habe, ist es, das Problem zu umschiffen, um direkt vor dem nächstgrößeren Problem zu stehen. Damit kommt man vielleicht ein oder zwei Mal durch, aber spätestens beim dritten Mal steht man vor der schier unlösbaren Aufgabe und dann seine eigenen Grenzen zu überwinden ist praktisch unmöglich. Man hat schließlich schon zwei Grenzerweiterungen verpasst und muss jetzt direkt das dreifache Pensum erfüllen, um weiter zu kommen. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Jeder Mensch muss täglich die eine oder andere Hürde überwinden, die er normalerweise nicht schafft. Meistens sind diese Hürden verhältnismäßig klein und nach einem kurzen “Ja!” oder “Geschafft!” geht es zur Tagesordnung zurück – vielen fällt das oft nicht einmal auf, aber diese kleinen Erfolge können uns den Tag versüßen. Wenn man dann vor einem größeren Problem steht, in einer Größe, die man nicht jeden Tag – oder nicht einmal jedes Jahr – erlebt, können auch diese kleinen Erfolge für Kraft oder Motivation sorgen und daran sollte man sich nachhaltig und reichlich zugleich bedienen.

Vielleicht habe ich den einen oder anderen ja etwas zum nachdenken bringen können oder dem einen oder anderen sogar etwas Hoffnung oder Erleuchtung gebracht. Ich freue mich auf Kommentare und Feedback.

Have fun!

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
Wortanzahl: 907

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