Blut, Tod und Mord

Nachdem ich mich letztes Mal mit etwas sehr Kritischem befasst habe, möchte ich dieses Mal wieder mehr in die Philosophie eintauchen. Ein weiteres Thema, welches mich vor allem dadurch beschäftigt, weil es mir an mir selbst aufgefallen ist. Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen!

Egal ob Theater, Oper, Buch, Serie, Film oder Videospiel. Kein Medium wäre für die Menschheit so faszinierend oder spannend, wenn es nicht einen tragischen Helden oder genug Blut und Morde geben würde (dabei nehme ich für diesen Artikel Krieg aussen vor – dieser hat andere Beweggründe). In so ziemlich jeder packenden Geschichte, die die Zeit überdauert hat, stirbt jemand – alles andere ist der Menschheit anscheinend nicht tragisch oder bewegend genug. Aber woher kommt dieses Phänomen und warum findet man bei Google, wenn man danach sucht nur Angebote für Krimis?

Zu Beginn möchte ich daran erinnern, dass der Mensch grundsätzlich allem, was er nicht kennt, mit skepsis oder sogar Angst gegenübersteht. Das ist – besonders rückbezogen auf den vorigen Absatz – sehr spannend, denn keiner von uns weiß, was nach dem Tod kommt. Dennoch wollen wir in diesen Geschichten immer eine gewisse Dramatik sehen; nämlich das Dahinscheiden eines Menschen. Es kommt dabei wenig auf die gesellschaftliche Stellung der Menschen an oder wie “kultiviert” sie sind. Von Urvölkern bis hin zur Queen oder dem Präsidenten der Vereinigten Staaten – dieses Prinzip greift.

Damit eröffne ich direkt die erste Möglichkeit, hinter diese Faszination zu blicken. Wir können uns Antworten erwarten; Antworten auf die Frage, die alle lebenden Wesen wohl seit Beginn der Existenz plagt: ‘Was kommt nach dem Tod?’. Dass die Antworten, die wir aus solchen Geschichten bekommen nur in den seltensten Fällen zufriedenstellend sind, brauche ich wohl kaum extra zu betonen. Schließlich sind das alles Geschichten, die von Menschenhand geschrieben wurden – ebenso wie dieser Artikel. Viele der großen Schriftsteller mögen bereits Tod sein und wissen ob und was danach kommt, jedoch können sie nicht mehr davon berichten.

Doch, wenn man rational darüber nachdenkt und man die wenigen Fakten der Schlussfolgerung berücksichtigt, legen wir uns doch selbst ein Ei, wenn wir trotz des Wissens, dass wir es auf diese Art nicht erfahren, weiter diese Geschichten auf Hinweise absuchen, oder hat der Gedankengang etwa einen Fehler? Nun, nein, der Gedankengang ist richtig und trotzdem ist das Bewusstsein ein besonders mächtiges Wesen von uns und in uns. Es kann uns Dinge vortäuschen oder verdrängen lassen und letzten Endes müssen wir mit Logik und klaren Gedanken ausfiltern, was Wahr ist und was uns unser Gehirn – beziehungsweise Bewusstsein – vorgaukelt.

So erlaubt sich unser Gehirn, diese durchaus rationalen Gedanken zu verwerfen weil es letzten Endes wieder hinausläuft, worauf ich zu Beginn hingewiesen habe – wir fürchten alles für uns Unbekannte. Das Paradebeispiel, welches jeder von uns als Kind durchlebt hat, ist wohl die Dunkelheit. Das räumliche Denken und erinnern an Räume und deren Einrichtungen ist nicht ausgeprägt genug, um zu ‘wissen’, dass es lediglich an Licht fehlt und man spinnt sich in den Gedächtnislücken einfach etwas zusammen. Da der Mensch aber grundsätzlich vorsichtig handelt, spinnt er sich in diese Lücken schreckliche Monster oder eine unbekannte Gefahr, der wir aber auf gar keinen Fall begegnen wollen.

Wenn wir aber nicht nach einer direkten Antwort nach dem Tod suchen – was ist es dann? Für mich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es wohl ein gewisser Faktor der Beruhigung und Gewöhnung ist. Wir gewöhnen uns daran, zu scheitern, zu enden oder einfach nur daran, auf gewisse Fragen keine Antwort zu kennen. Dabei verpacken wir das allerdings oftmals in wirklich spannende Plots und nennen es Thriller oder Krimi. Auch wenn viele dieser Geschichten viele Fäden haben, so interessiert uns doch meist nur einer – der rote, blutrote Faden des Pro- beziehungsweise Antagonisten.

Warum spuckt Google auf die Frage nach dem Interesse an Mord nur Krimis aus? Einerseits gibt es zu wenige Menschen, die offen darüber sprechen, weil Gewalt und vor allem Mord noch immer Tabuthemen sind und wir es, selbst wenn wir es wüssten, nicht wahrhaben wollen würden. Damit stellt sich nur noch eine Frage: ‘Was kommt danach?’

Dieses Mal bin ich besonders auf Kommentare gespannt. Auch, wenn ich, wie die letzten Male nicht mit Feedback rechne, frage ich ein weiteres Mal danach.

Have fun!

2 Gedanken zu “Blut, Tod und Mord

  1. Du hast dieses Thema echt toll aufgegriffen und bist gut darauf eingegangen :)
    Es ist klar, dass wir nach Hinweisen suchen weil dieser Forschungsdrang einfach so in uns vorhanden ist. Wir fürchten uns einfach davor was nachher kommt. Deshalb wollen wir einfach Gewissheit haben. Diese kann uns derzeit leider niemand geben und ich glaube, dass das so bleiben wird. Einige meinen ja, dass der Glaube an ein Leben nach dem Tod daher rührt, dass man sich früher Naturphänomene mit dem Wirken von Göttern erklärt hat und das gerade angesprochene Thema einfach zu den Göttern dazugepackt hat.
    Manche Atheisten behaupten, dass die Religionen durch diesen Erklärungsversuch entstanden sind, einfach weil der Mensch durch die Religion keine Angst mehr hat, da das Rätsel gelöst wurde und beruhigt weiterleben kann. Ob das stimmt weiß man leider nicht. Es ist eben ein gewisser Faktor an Beruhigung und Gewöhnung dabei.
    Hoffe es gab nicht allzu viele Rechtschreib- und Grammatikfehler
    Echt toller Artikel :) Weiter so! :)

    • Ich hoffe persönlich auch, dass danach was kommt. Schließlich ist die Menschheit in vielerlei Hinsicht bis heute so stark eingeschränkt, dass wir uns einfach irrsinnig viel nicht vorstellen können.
      Wenn danach was kommt, wäre es fantastisch – wenn nicht, werde ich wohl nicht damit Leben müssen. :)
      Religionen und Gottheiten kommen und gehen – wir wissen das und haben trotzdem unsere Götter.
      Am Ende werden wir’s wissen.
      Dankeschön!
      Have fun!

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