Serientäter – Mörder ohne Grenzen (Teil 1 von 2)

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Serienmörder sind das wohl faszinierendste Phänomen der zivilisierten Gesellschaft. Im Gegensatz zu ‘gewöhnlichen’ Mördern sind sie von der Gesellschaft ausgegrenzt und grenzen sich von den Grundsätzen der Menschlichkeit und Ethik ab. Doch, wie kommt es soweit und warum finden Menschen überhaupt gefallen daran, andere zu verletzen und zu töten?

Serienmörder sind, im Vergleich zum gewöhnlichen Mörder, psychisch immer in irgendeiner Form beeinträchtigt und instabil. Es kann durch Misshandlung in der Kindheit bis hin zur ständigen Einsamkeit so ziemlich alles sein. Sie finden in diesen Zeiten oftmals Ablenkung in zwielichtigen Gruppen oder beschäftigen sich mit Okultem im Internet. So können sie sich – zumindest im Geiste – Strafen für ihre Peiniger zurechtlegen. So sieht zumindest der Klischeehafte Serienmörder aus.

In Wirklichkeit können viele hunderte Faktoren die Entwicklung eines Serienmörders beeinflussen – nur eines ist bei ihnen fast immer gleich; sie handeln mit Vorsatz und nicht aus Affekt. Einzeltäter sind meist in einer schwierigen Lebensphase und lassen sich im Moment der Tat von ihren Gefühlen übermannen. Serientäter können zwar durch eine solche Tat angestachelt werden, sind aber meist vom ersten Mord an sehr gut vorbereitet.

Oftmals denken sie, dass sie durch ihre Taten ihr eigenes Seelenheil finden oder die Welt verbessern. Sie werden Gefangene ihres eigenen Wahns und vollbringen Taten, die jedem Menschen, dem dieser instabile Aspekt fehlt, einfach nur das Grauen auf Erden bescheren würden. Es gibt übrigens eine Studie, wonach potentielle Serienmörder, die keinen Auslöser für ihre ‘dunkle Seite’ finden, im Berufsleben erfolgreicher sind. Sie können sich leichter ihren Kollegen gegenüber durchsetzen und stürmen damit die Führungsetage eines jeden Unternehmens. Nachdem sie sich dadurch auch in der Konkurrenz verbeißen, wird die Wirtschftswelt immer aggressiver und unbarmherziger; ich schweife ab.

Zumeist legen sich Serienmörder auch Rituale zu. Sie finden gefallen an bestimmten Abläufen. Der berühmteste Serienmörder der letzten Jahrhunderte ist bestimt “Jack the Ripper”, welcher im Jahr 1888 von August bis November insgesamt mindestens fünf Frauen – vermutlich maximal 12 Personen – ermordet hat. Dieser hat es sich anscheinend zum Ziel gemacht, seinen Opfern die Kehle durchzuschneiden, allerdings mit einem Ausmaß, welches seine Opfer fast geköpft hat. Vom linken bis zum rechten Ohr reichende, klaffende Wunden sollen die Fälle miteinander verknüpfen. Zudem fehlten ab dem zweiten, ihm zugerechneten Mord immer Organe.

Diese Organe waren sorgfältig herausgeschnitten worden und deuten sowohl auf ein Ritual, medizinische Kenntnisse als auch ein Zeichen für die Steigerung der Aggressivität mit jedem Mord hin. Die Kombination von Ritual, Agressionen und der medizinischen, vermeindtlich ruhigen Schnitte ist für mich persönlich eher ein Zeichen für eine Gruppe von Menschen und nicht eines Einzelgängers. Viele Opfer wurden binnen Minuten getötet und ausgeweidet und man kann es sich kaum vorstellen, dass eine einzelne Person diese Gräueltaten schnell genug verüben kann. (Wer mehr Interesse am Ripper hat, sollte das Buch Jack the Ripper – Anatomie einer Legende lesen. Ich lese es zur Zeit und bin sehr begeistert)

Leider gibt es noch viel mehr dieser Täter und gerade die großen Städe Europas waren um 1900 befallen von ihnen. Doch jeder hatte seine ganz eigene Handschrift, seine eigenen Motive und seine eigene Welt, die er durch die Morde retten wollte. Dabei sind es oft die eher passiven, ruhigen Charakterzüge, die einen solchen Täter ausmachen. Die ruhige, verstohlene Art hilft ihnen, verborgen zu bleiben, bis man ihnen mit Beweisketten oder einem Zeugen auf die Spur kommt. Früher war das für bedachte, ruhige Täter ganz leicht zu umgehen. Es gab keine Fingerabdrücke oder gar Spurensicherung. Autopsien beschränkten sich – verglichen mit heutigen Maßnahmen – auf ein Minimum und die Polizei war in den meisten Städten (vor allem aber in London) absolut unterbesetzt.

Heute haben es diese Täter zum Glück schwerer. Es gibt internationale Zusammenarbeit der Polizeikräfte, die Kriminaltechnologie wurde besser, die Ermittler sind speziell dafür geschult und es gibt sogar eigene Institutionen, die sich mit der Psychologie und Charakteristik der Serienmörder auseinandersetzen. So können Rituale und Muster schneller erkannt und damit sowohl der Verdächtigenkreis eingeschränkt als auch die nächsten Tatorte und Opfer grob errechnet werden. Natürlich sind diese Berechnungen in vielen Fällen falsch und eher eine Richtlinie als eine konkrete Spur, aber es hilft den Ermittlern den Faden nicht zu verlieren und führt oft zu weiteren Hinweisen.

Ein weiteres Zeichen für Serienmörder ist eine bestimmte Tatwaffe. Jeder Serienmörder setzt auf eine bestimmte Art von Waffe. Der eine ist der Klassiker mit Messer oder Pistole/Revolver, ein anderer nutzt Plastiktüten oder Gitarren- bzw. Klaviersaiten. Ein anderer ist besonders kreativ und baut sich selbst eine Waffe oder nutzt alltägliche Gegenstände wie zum Beispiel der Bleistiftmörder, der 1973 in Österreich eine Schülerin getötet hat. Er war kein Serienmörder und wurde bis heute nicht gefasst. Der einzige Verdächtige des damaligen Falls wurde im Laufe der Ermittlungen entlastet.

Das Opfer wurde damals in einem Park vom Weg gezerrt, sexuell misshandelt, erdrosselt und anschließend mit dem Bleistift des Opfers mehrmals in den Körper gestochen – in Herz und Lunge; später als falsch klargestellten Gerüchten nach auch in die Augen. Bisher gilt es als Einzeltat und soll hier nur als Beispiel für einzigartige Waffenwahl stehen. Trotzdem gab es später sogar ein Buch, in welchem diese Art zu töten aufgegriffen wurde und für einen Serientäter hergehalten hat.

Eine ganz besondere Bindung hat der Täter zumeist mit den Tatorten. Manche möchten ihr Opfer an für sie wichtigen Orten töten, wieder andere bevorzugen es, wenn sie eigene Orte für die Morde ‘zurechtlegen’. Auf jeden Fall aber geben sie durch die Tatorte etwas von ihrer Charakteristik und Psyche preis. Ist es ein eher öffentlich oder wohlhabenderer Teil einer Stadt oder Ortschaft oder doch eher ein übersehbares Fleckchen im Wald? Die vor Ort gegebene Umgebung kann auch Teil der Phantasie des Täters sein oder sogar einen wesentlichen Teil seines Plans beinhalten.

Es gab zum Beispiel einen Serienmörder, welcher seine Opfer auf eine Waldlichtung geschleift hat, auf der ein Baumstumpf eines Baumes war, den er Jahre davor mit seinen Eltern und Großeltern gepflanzt hatte. Nachdem sie nach jahrelanger Misshandlung des Jungen gestorben waren, wählte er Personen, die seiner Familie ähnlich sahen, brachte sie zur Lichtung und köpfte sie auf diesem Baumstumpf mit der Axt, die er ursprünglich seinen Eltern zugedacht hatte. Nachdem er aber nach den ersten ‘Ersatzopfern’ nicht zufrieden war, konnte er nicht aufhören. Vermutlich hätte ihn nur das eigenhändige Töten seiner Peiniger wirklich befriedigt und beruhigt.

Jetzt folgen noch die Opferrollen, Polizeiarbeit und Gruppen, die Serienmorde verüben. Diese folgen allerdings erst im nächsten Teil, da es ansonsten wieder zu lange wird.

Have fun!

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