Leben und leben lassen

Eine kleine – und mittlerweile übliche – Vorwortansammlung:
Dieser Text entstand eigentlich schon Ende August auf einem Blatt Papier. Ich wollte damals endlich wieder etwas für mich schreiben und habe einfach blind darauf losgeschrieben. Dabei kam etwas raus, was ich ursprünglich nicht veröffentlichen wollte. Es passte zuerst irgendwie nicht in eine der Kategorien, für die ich normalerweise schreibe. Es hatte im ersten Moment nichts mit Philosophie oder gar Gaming zu tun. Irgendwie habe ich dann aber doch noch ein paar Zeilen dazugeschrieben, weil es mir unvollständig und unsauber vorkam und damit wurde es doch irgendwie philosophisch, wenn auch nur oberflächlich. Dennoch wollte ich es nicht publizieren. Mittlerweile habe ich das Blatt Papier aber so oft in Händen gehalten und gelesen, dass ich mir sicher bin, dass zumindest ein oder zwei interessierte Leser Spaß oder Werte darin finden können.
Frohes Lesen!

In den letzten Tagen ist wieder etwas Zeit zum nachdenken gewesen. Was mir als eines der ersten Dinge auffiel, war der Mangel an eben jener Zeit und der damit verbundene Mangel an philosophischen Gedanken und Gesprächen. Einerseits fehlte schlichtweg die Ruhe, andererseits habe ich sie mir teilweise selbst genommen. Es gab viel zu tun. Wände wurden gestrichen, Arbeitsprojekte umgesetzt, Aufträge verarbeitet und ein Privatleben hat man schlusendlich auch.

Jetzt gerade, als ich diesen Text mit meiner Feder zu Papier bringe, sitze ich an einem Teich. Es ist ruhig bis auf das gelegentliche Plätschern des Wassers, den hin und wieder sich regenden Wind und dem Surren und Ziepen einiger Insekten. Irgendwo zwitschert noch ein Vogel und ab und an hört man einen Frosch quacken. Ansonsten ist es still.

Es tut gut, endlich wieder schreiben und entspannen zu können. Es sind nur ein paar Minuten und dennoch füllt es Energiereserven, die seit Wochen leer, aufgebraucht und vertrocknet scheinen. In diesem Moment vermisse ich dennoch jemand Besonderen. Doch ich ziehe auch eine Lehre aus diesem Moment. Während der letzten Wochen habe ich zu oft vergessen zu leben, einfach da zu sein. Vor einigen Wochen habe ich noch über Bereicherung und Überfluss geschrieben und darüber, wie unnötig einige Dinge doch sind und habe dabei die einzige, nicht befüllbare Ressource vergessen – unsere Zeit.

Zu oft gehen wir verschwenderisch damit um, denken uns einfach, dass wir später leben können, aber wann? Nach der Beförderung im Job? Nach dem Durchbruch im Hobby? Nach der Arbeitszeit? Nach dem nächsten Wochenende? Den Vorsatz jeden Montag verschiebend? Wann leben wir? Wie leben wir? Leben wir um zu arbeiten oder arbeiten wir um zu leben? Wer ist am Ende Schuld, wenn wir alles verpasst haben, was wir sehen wollten?

Und jetzt kommt der Clou an diesem Spiel des Lebens: Wir entscheiden selbst. Täglich. Mit jeder gemachten oder versäumten Tat fülen wir unsere Geschichte und verbrauchen die wertollsten Ressourcen unseres Planeten und unseres Lebens: Zeit; und in den meisten Fällen auch unser Leben.

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