Folge #015: DMC Devil May Cry (Review)

 
Vieles wurde ja schon im Video gesagt (bitte VORHER schauen – dieser Text ist ergänzend bzw. weiterführend) und deshalb gehe ich jetzt (für mich) eine Checkliste durch, die ein Devil May Cry für mich bieten muss.

Fangen wir mit der Action an. DMC bietet, wie schon die Vorgänger auch, ein etwas komplexeres Kampfsystem, bei dem stupides draufhämmern einfach nichts bringt. Jedoch wird man selbst mit geduldigem – und vor allem überlegten – Knöpfchendrücken die coolsten Moves hinlegen und Gegner nach allen regeln der Videospielkunst eliminieren. Wie ihr im Video seht, werde ich zu Beginn mit Waffen regelrecht überschüttet. Die Steuerung dieser ist jedoch intuitiv und wer schon jemals einen Controller in der Hand gehabt hat (und sei es nur um FIFA zu spielen) wird sich relativ schnell zurecht finden. Da war DMC4 teilweise etwas komlexer.

Der Humor der DMC-Serie ist das eigentliche Markenzeichen. Dante überzeugt auf seine eigene Art mit persönlichem, schwarzen Humor und genau das wollen die Serienfans sehen und hören. Coole Sprüche von Dante direkt an die Spieler. Da findet sich wohl der Hauptaspekt, warum DMC4 seinerzeit gescheitert ist. Nero, der Held aus DMC4, hatte auch eine eigene Art Humor auf Lager, jedoch war dieser bei weitem nicht so cool wie Dante. Es war die Situation, dass Dante bereits viele Dämonen (und auch deren Anführer) besiegt hat und sich dennoch immer wieder (größtenteils schwächere) Dämonen mit ihm angelegt haben, aus der der klassische Dante-Humor bestand. Dieser ist in Teil 5 nun endlich wieder vorhanden, beginnt in der ersten Zwischensequenz und setzt sich eigentlich konstant fort. Der große Kritikpunkt Humor ist also wieder bei seinen alten Stärken angekommen.

Für mich – eigentlich immer – der wichtigste Punkt ist die Story.
Ich habe jetzt extra nochmal nachgefragt, bei einem Bekannten, weil ich mir nicht sicher war, hatte aber Recht. Im ersten Devil May Cry damals startete man mit Dante im Vollbesitz seiner Kräfte und seinem bereits geöffneten Laden mit dem namensgebenden Titel “Devil May Cry”. Hier beginnt man nun, wie ihr gesehen habt, mit dem jungen Dante – und einer etwas, öhm, veränderten Story. Man hat keine Erinnerungen an seine Familie und muss erst komplett eingeweiht werden. Das passiert in netten Zwischensequenzen und guten Dialogen – wenn sie denn vertont sind (mehr dazu im Bereich Sound). Wenn man erst Mal alles über diese Welt weiß, geht die Story erst so richtig los. Man wird also schön in die Welt eingebracht und erst dann geht der eigentliche Handlungsstrang los – gut gemacht.
Es gibt einige nette Storywendungen und vor allem Vergil, Dantes Zwillingsbruder, den man ja in Teil 3 töten musste, sorgt für ein paar nette Momente, in denen man den einen oder anderen Verräter vermutet. Kat, die man auch im Video sieht, sorgt auch für einige Zwiste in der ‘heilen Familie’ – allerdings bringt sie auch ein paar nette, neue Elemente und Möglichkeiten ins Spiel – wobei diese, meiner Meinung nach, nicht ganz ausgenutzt wurden.
Was mich aber sehr freut ist, dass endlich einmal erklärt wird, was genau Nephilim sind – nämlich Wesen, halb Dämon, halb Engel. In Darksiders, zum Beispiel, wurde da nur am Rande darauf hingewiesen, danach war es egal – hier wird es nett in der Story verpackt.
Natürlich kommen auch hier wichtige Namen vor – zum Beispiel ‘Lilith’, die Dämonenkönigin (auch so im Spiel verbaut) oder ‘Barbas’, ein Dämonenname, der oft für psychische oder angstbeeinflusste Angriffe steht (im Spiel ein ‘Nachrichtensprecher’ mit extremer Propaganda- aber auch Kampfkraft).
Alles in allem aber eine solide DMC-Story – nichts extra Kompliziertes, aber nett und es erzählt eine Story. Das schafft nicht jedes Spiel heute.

Ein weiterer, wichtiger Aspekt der Spielereihe ist der Schwierigkeitsgrad. Hier muss ich sagen, dass ich enttäuscht bin. Wie ihr im Video seht, ist es absolut kein Problem an gute Kombo-Wertungen zu kommen, oder Level mit einer hohen Endwertung abzuschließen. Den zweiten Level (den ihr zu gut 80 % seht), habe ich zum Beispiel mit Rang A abgeschlossen. Danach habe ich den Schwierigkeitsgrad auf “Nephilim” erhöht.
Ja, die Kämpfe wurden knackiger, aber wirklich herausfordernd war es nicht. Darksiders 2 kommt mir im Vergleich um einiges schwerer vor – auf Apokalyptisch wohlgemerkt (im LP und Privat). Wenn ich überlege, wie schwer mir DMC4 auf “einfach” vorgekommen ist und wie leicht das neue DMC auf “Nephilim” ist, kommen starke Vermutungen in Richtung Casual-Lastigkeit auf.
Rätsel, wie sie zB in der Zelda-Reihe oder in den Darksiders-Spielen vorkommen, gibt es in DMC nur sehr, sehr selten. Diese sind dafür eigentlich durch die Bank solide aber nur selten schwer zu lösen (meistens stehe ich auf der Leitung, wenn Mal was nicht direkt läuft).

Die Spieldauer ist heutzutage auch stark umstritten. Viele Titel bieten zirka 10 Stunden Spielzeit im Singleplayer und danach steht nur noch Multiplayer an – vor allem dadurch, dass der Singleplayer recht linear ist.
DMC ist – wahrscheinlich – keine Ausnahme – also was die Singleplayer-Spielzeit angeht. Ich habe nach vier Spielstunden die ersten 12 von 20 Missionen beendet. Allesamt Rang B oder besser. Auf dem höchsten der drei Schwierigkeitsgrade. Allerdings gibt es in jedem Level Schlüssel und Tore versteckt. Um da alles zu finden und die damit verbundenen Herausforderungen zu bestehen, muss man die Level schon drei bis vier Mal spielen und JA, das zahlt sich aus. Es gibt ordentlich Belohnungen dafür, diese Challenges zu meistern und bekommt dadurch noch mehr Power. Wobei, eigentlich ist es unnötig, macht aber ordentlich Spaß.

Nachdem ihr das Video gesehen habt – hoffe ich doch sehr – wisst ihr auch, dass Waffen in diesem Spiel eine sehr, sehr wichtige Rolle spielen. Zu Beginn des Spiels haben wir nur Rebellion, das Schwert von Dante. Kurz danach bekommen wir noch die Pistolen Ebony und Ivory, die Dämonenaxt Arbiter, die Engelssense Osiris, die Engelsshuriken Aquila oder die Dämonenkampfhandschuhe Eryx, die Schrotflinte Revenant und eine ‘Pistole’, die fernzündbare Haftgranaten abfeuert, Kablooey. Zudem gibt es noch zwei Enterhaken von Engeln und Dämonen, die – öhm – naja, einerseits uns zum Gegner ziehen (Engel) oder die Gegner zu uns (Dämonen). So ergeben sich einen haufen Kombomöglichkeiten.
Natürlich gibt es auch wieder eine Art Dämonengestalt, da Dante aber relativ jung ist, fällt dieser sehr schwach aus – also im Vergleich zur Dämonengestalt aus DMC 3.

Ein wichtiger Fakt in dieser Art von Spielen ist, wie wir zum Bleistift aus Darksiders 2 wissen, das Leveldesign – natürlich könnten wir auch Loki als Beispiel nehmen.
Generell gefällt es mir sehr gut. Es geht von einer Getränkefabrik (habe ich noch sehr, sehr selten in Videospielen gesehen), über klassische Kanalisationen und Hinterhöfe, bis hin zu Vergnügungsparks und Herrenhäusern. Allerdings laufen wir die meiste Zeit im ‘Limbus’ herum. Eine Zwischenebene zwischen unserer Welt und der der Dämonen, in der die Dämonen weit mehr Einfluss haben. Dort sehen sich diese Bereiche schon etwas ähnlicher. Das finde ich ehrlich gesagt auch sehr schade, da sich auch der Grafikstil im Limbus sehr stark angleicht. Ansonsten gibt es aber kaum etwas zu meckern. Die Level sind Abwechslungsreich, bieten teilweise alternative Laufwege, bei denen man verschiedene Geheimnisse finden kann (aber oft nicht alle auf einmal) und die verschiedenen ‘verkettungen’ der Level, durch die man immer wieder in alten Welten einen Bonus abholen kann, weil man andere Waffen oder Skills bekommt, bringen doch wieder einen hohen Wiederspielwert.

Ein Aspekt, bei dem mir normalerweise alles egal wäre, ist natürlich die Grafik. Persönlich gefällt mir der Stil und ich denke, dass es eine positive Weiterentwicklung von DMC ist. Was mich allerdings stark stört, ist die Tatsache, dass man so stark merkt, dass es eigentlich für Konsolen entwickelt wurde. Dieses Leid teilt es mit Darksiders 2 – wo man doch bei Assassins Creed sehen kann, dass es auch mit besserer Grafik am PC geht (auch, wenn das Spiel dann für den PC 3-6 Monate später kommt – der ‘Preis’ ist doch tragbar, vor allem als PC-Spieler). Darksiders 1 oder FarCry 3 sind ebenfalls gute Beispiele für bessere Grafik am PC – bei GLEICHEM Release-Termin, wie auf den Konsolen.

So. Fast geschafft. Zwei Kategorien noch und ihr seid hier durch, und ich bin fertig – fix und fertig. Es ist nämlich Dienstag Nacht und ich habe das Spiel fast durch. Deswegen schreibe ich schon den ‘Artikel’, damit ich morgen nur noch umbessern (gesetzt den Fall es ändert sich was) und Korrekturlesen muss. Und ich habe nicht den geringsten Tau, warum das jetzt hier steht.

Vorletzter Punkt also – der Sound. Dazu muss ich sagen, ich zähle beim Sound alles – Effekte, Musik, Dialoge,… alles, was irgendwie durch die Boxen rauskommt, eben.
Der Soundtrack ist einfach Klasse. Da gibt es eigentlich nichts gröberes auszusetzen. Ab und an wäre ein weiterer Song nicht schlecht gewesen, aber es wiederholt sich auch nicht sonderlich stark und passt immer zur Situation. Joar.
Die Effekte. Generell Super bis Spitzenklasse. Manche Sounds klingen ein bisschen Dumpf – vor allem, wenn viele auf einmal wiedergegeben werden, also in großen Massenkämpfen zum Beispiel. Das kennt man allerdings auch nur aus Strategiespielen besser. Von daher auch keine richtige Kritik – vor allem, da ich nicht weiß, wie weit das besser Lösbar wäre.
Die Dialoge. Da habe ich persönlich ein paar Probleme damit. Ich spiele den ersten Lauf auf Deutsch durch – den zweiten packe ich dann auf Englisch an. Im Deutschen fehlen manche gesprochene Sequenzen und teilweise kommen plötzlich Englisch gesprochene Fetzen daher – interessanterweise allesamt aus früheren DMC-Teilen. Letztere halte ich persönlich eher für einen Gag als für einen Bug, da am Anfang ja auch die alten DMC-Spiele auf die Schaufel genommen werden (die Stelle mit den plötzlich ‘weißen, langen Haaren’ von Dante (im Video zu sehen)).

Zu guter Letzt – die Steuerung. So. Etwas einfacher gehalten, im Vergleich zu den anderen Teilen – im Speziellen dadurch, dass es keine richtigen Stile mehr gibt, zwischen denen man wechselt, sondern man einfach mit den Schulterbuttons des Controllers die Waffe wechselt und diese direkt einsetzen kann. Dabei bleibt das Spiel, auch wenn man alle Waffen beisammen hat, sehr Nutzungsfreundlich. Casual Gaming lässt grüßen – aber das hatten wir ja schon bei den Schwierigkeitsgraden.

Das Fazit:
Im großen und Ganzen ein sehr solides DevilMayCry. Ein paar Kleinigkeiten werden Serienfans vermissen, aber ich denke, man kann es getrost als zweitbesten Serienteil ansehen. Mir persönlich hat nur DMC3 besser gefallen. Ein paar kleine Macken hier und dort, aber es macht immens Spaß.

Die Bewertung: max. 100 Punkte
Grafik: 12/15 (Konsolenportierung – geht auch besser)
Sound: 08/10 (ab und an fehlt was an Dialogen)
Story/Inhalt & Umfang: 15/15 (Ja, DMC halt. Viele Level, gute Story und hoher Wiederspielwert)
Steuerung: 08/10 (Einfach zu lernen, einfach zu meistern – alte komplexität fehlt im Spielgefühl)
Atmosphäre: 10/10 (DMC neu interpretiert, sieht gut aus)
KI: 07/10 (joar, haut halt rein)
Balance: 08/10 (hier fließt der Schwierigkeitsgrad mit ein)
Leveldesign: 10/10 (gibt nichts auszusetzen)
Langzeitmotivation: 10/10 (mehr als eindeutig vorhanden)
Gesamt: 88/100 Punkte

Ich hoffe, ich konnte euch damit das Spiel etwas näher bringen.

Have fun!

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