Folge #020: Assassin’s Creed IV – Black Flag

 
Assassin’s Creed IV
Black Flag

Vom reinen Assassinen im ersten Teil, über den charismatischen Florentiner in den Teilen zwei, Brotherhood und Revelations, bis hin zum Mohawk/Briten in Teil drei hat sich die Serie toll entwickelt. Jetzt setzt man Segel zu neuen Ufern – nämlich dem, eines Piraten.

Ich mochte den ersten Teil der Spieleserie Assassin’s Creed sehr. So sehr, dass ich ihn direkt zwei Mal durchgespielt habe. Es machte richtig Spaß, als Altaïr durch diverse Städte und die dazwischen liegende Landschaft zu streifen und dabei die Templer zu dezimieren. Dementsprechend habe ich mich auf Teil zwei gefreut und wurde nicht enttäuscht. Auch mit Ezio Auditore machte es viel Spaß durch Florenz zu wandern und die Nebenmissionen machten es noch besser.

Nach dem weniger beliebten zweiten Teil des zweiten Teils, Brotherhood, kam der wieder wesentlich bessere Teil Revelations, welcher die Trilogie vollendet. Mit dem offiziellen dritten Teil der Serie gab es nicht nur den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg als neues Setting, sondern auch tonnenweise Neuerungen, die das Spiel einfach komplett überladen haben. Es war episch – ohne Frage – aber viel, viel zu groß. So wurden meine Erwartungen zwar eigentlich erfüllt, aber wirklich danach angefühlt hat es sich nicht, im Gegenteil, es war einfach zu viel.

Damit mir das in Black Flag nicht noch einmal passiert, habe ich mir vorgenommen, möglichst ohne große Erwartungen in das Spiel zu gehen. Zum größten Teil, denke ich, ist mir das gelungen – und ich bin begeistert.

Man startet mit Edward Kenway als Freibeuter, der sein normales Leben hinter sich lassen will und sein Glück in der Karibik sucht. Dort wird er jedoch schnell von einigen Leuten zum Piraten umerzogen und damit beginnt das Abenteuer. Während man in kurzen Erzählungen etwas über das Leben von Edward erfährt, bevor er sich zum Meer berufen fühlte, erlebt man in ebenso kurzen Abschnitten die reale Welt, in der man sich mit dem Animus in die früheren Epochen zurückversetzt – also alles beim alten?

Nicht ganz, es gibt ein, zwei gravierende Änderungen seit dem Ende von Teil drei und dem damit verbundenen Tod von Desmond Miles, auf welchen man übrigens einige Antworten erhält, wenn man nur genau genug sucht.

Man treibt also als Pirat über das karibische Meer und besucht dabei wichtige Städte der damaligen Zeit, wie zum Beispiel Havanna oder Kingston. Natürlich gibt es auch viele kleine Inseln und Dörfer sowie zahlreiche Sandbanken auf denen sich auch das eine oder andere Geheimnis finden lässt. Doch bevor man sich frei über die Meere begeben kann, muss man sich zuerst ein Schiff besorgen – natürlich geklaut, schließlich sind wir Piraten.

Was das Ganze jetzt mit Assassinen zu tun hat? Oder mit Templern? Zu Beginn herzlich wenig. Ja, man tötet gleich zu Beginn einen geschwächten Assassinen und stiehlt dessen Rüstung, doch relativ schnell wird einem klar, dass das so schlimm nicht war (weitere Details dazu im Spiel). Doch, wie das Schicksal (oder die Autoren) eben so spielt, rutscht man unfreiwillig in den Krieg zwischen Assassinen und Templern. Der Rest ist filmreif.

Damit einem bei diesem Abenteuer nicht die Augen bluten, haben sich die Programmierer und Designer bei Ubisoft ordentlich ins Zeug gelegt. Es ist ein ordentlicher Sprung in der Technik zu sehen und auf maximalen Detailgraden, bei einer Auflösung von 1920×1080 Bildpunkten ist absolut nichts an der Grafik auszusetzen. Auch auf mittleren Einstellungen sieht das Spiel immer noch sehr gut aus. Regeneffekte, Kanonensalven und Vegetation kommen sehr gut rüber.

Natürlich haben sie sich auch beim Sound nicht lumpen lassen. Bei vielen Stücken kam ich ins grübeln, wann ich am PC zuletzt einem solchen genialen und perfekt zum Spiel passenden Soundtrack gehört habe. ANNO 2070 war meine Antwort und das ist schon eine Weile her.
Die Sprecher der Figuren sind – wie eigentlich in jedem Assassin’s Creed bisher – sehr gut gewählt und kommen sehr passend rüber.

Das Balancing ist, zugegebenermaßen, in Assassin’s Creed schon immer ein leichtes Problem gewesen. Am Anfang ziemlich schwer und später, durch zunehmende finanzielle Mittel oder zusätzliche Waffen, ziemlich einfach. Während man diese Finanzspritzen früher durch den Ausbau von Geschäften erhalten hat, bekommt man sie dieses Mal durch eine eigene, aufzubauende Flotte. Die Schiffe dieser Flotte kann man dann auf Missionen schicken, die einem dieses Bonusgeld einbringen. Der Nachteil daran: Man muss online sein, aber das ist heutzutage wohl fast jeder permanent.

Während man die Spielwelt erkundet, kann man Schätze an vielerlei Orten finden – auch auf dem Grund des Meeres und ebenso wie man im Spiel ins Wasser taucht, kann man als Spieler in diese Welt eintauchen. Die Atmosphäre verschlingt einen geradezu. Nur ganz selten findet sich eine kleine Ungereimtheit. Einen Moment in dem ich komplett aus dem Spiel gerissen wurde, habe ich gar nicht gefunden beziehungsweise erlebt.

Doch wie bewegt man sich durch diese Welt? Die meiste Zeit über sehr flüssig und, für Assassinen typisch, über Dächer oder Baumkronen. Leider hakelt die Steuerung an einigen Orten. Vor allem in jenen Zonen, in denen zwei Kletterelemente aufeinandertreffen. Unterm Strich jedoch ein sehr gelungenes Ergebnis.

Bewaffnet geht man in dieser Welt mit versteckten Klingen, zwei Schwertern und etlichen, zusätzlichen Ausrüstungsgegenständen durch die Welt. Ich persönlich finde es sehr Schade, dass man keine schweren Waffen oder Dolche beziehungsweise Kurzschwerter mehr tragen darf. In Teil drei hatte man dafür ein Tomahawk. Black Flag verzichtet leider komplett darauf, aber hey, dafür hat man ein Schiff.

Dieses Schiff, getauft auf den Namen „Jackdaw“, kann man im Spiel immer wieder, immer weiter aufrüsten und es damit mit immer größeren Schiffen aufnehmen. Auch einige legendäre Schiffe warten darauf, von euch geentert zu werden. Doch nicht nur die Kampfkraft des Schiffs kann angepasst werden, sondern auch das Aussehen – zumindest größtenteils, aber das reicht, glaubt mir.

So kann man in dieser Welt bis zu 60 Spielstunden verbringen und hat wahrscheinlich noch immer nicht alles entdeckt. Ich selbst habe zum Zeitpunkt des Artikels 45 Stunden im Singleplayer verbracht und bin bei zirka 75 Prozent Synchronisation. Wer alles entdecken und sich auch die legendären Schiffe unter den Nagel reißen will, sollte auf jeden Fall mit gut 60 Spielstunden rechnen.

Wenn man Assassin’s Creed auch nur ein bisschen was abgewinnen kann und es sich nicht allzu schlecht mit Piraten steht, sollte dieses Spiel unbedingt spielen.

Have fun!

Meine Wertung Kurzer Zusatztext
Grafik
10/10
Ein optisches Meisterwerk ohne jegliche Schnitzer.
Sound
10/10
Sowohl der Soundtrack, als auch die Soundeffekte und Sprecher sind großartig.
Balance
6/10
Durch den angenehmen Schwierigkeitsgrad am Anfang, der später immer leichter wird, kann ich nicht mehr Punkte geben.
Atmosphäre
10/10
Wie? Das ist ein Spiel? (Naja, fast genau so.)
Bedienung
8/10
Angenehme Steuerung mit Maus/Tastatur sowie mit Gamepad.
Leveldesign
10/10
Siehe Atmosphäre.
Waffen &
Ausstattung
9/10
Größtenteils für AC typisch. Finde es jedoch schade, dass schwere Waffen und Kurzschwerter/Dolche entfernt wurden.
KI / Kampf
6/10
Nachdem man sich in die Steuerung eingearbeitet hat, viel zu einfach.
Story
9/10
Ein netter Anfang, ein gut aufbauender Mittelteil und ein episches Ende. Spielzeit ca. 45 Stunden.
Langzeit-
motivation
10/10
Voller Nebenaufgaben mit zugehörigen Belohnungen, die lange beim Spiel halten.
Gesamt
88/100
 

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